Der Angriff kam für die iranische Führung offenbar völlig unerwartet. Am Samstag bombardierten amerikanische und israelische Streitkräfte gleichzeitig mehrere Versammlungen hochrangiger iranischer Anführer. Dabei wurden der islamistische Machthaber Ali Chamenei und rund 40 führende Vertreter des Regimes getötet.
Nun werden neue Details über die Vorbereitung des Angriffs bekannt. Ein Vertreter der israelischen Streitkräfte (IDF) erklärte, dass dem Militär bereits drei Wochen vor Beginn der Operation klar gewesen sei, "dass wir auf eine weitere Konfrontation zusteuerten".
Trotz zunehmender Spannungen sollte der Angriff unter allen Umständen überraschend erfolgen. Zwar hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten verstärkt, und es kursierten bereits Spekulationen über eine mögliche Militäraktion. Doch nach außen hin wollte Israel keinerlei Hinweise auf eine bevorstehende Operation geben.
"Die IDF und die USA führten eine psychologische Operation durch, um den Iran unvorbereitet zu treffen", so der israelische Militär. Besonders heikel war laut Militärkreisen der Freitagabend vor dem Angriff. Auffällige Bewegungen rund um den zentralen Militärkomplex in Tel Aviv hätten die Öffentlichkeit - und damit womöglich auch den Iran - alarmieren können.
Deshalb setzte das Militär laut BILD auf eine gezielte Täuschung. "Am Freitag des Angriffs vermittelte die IDF bewusst den Eindruck, das Militär fahre für das Wochenende herunter. Wir veröffentlichten Fotos und Informationen, die nahelegten, dass IDF-Mitarbeiter und die oberste Führung nach Hause zum Schabbat-Abendessen gingen."
Im Video: Nach Stunden der Angst können Rückkehrer wieder lachen
Als am Freitagabend der Schabbat begann, verließen daher auch hochrangige Generäle demonstrativ das Hauptquartier des Generalstabs im Zentrum von Tel Aviv. Der Eindruck: Die militärische Führung zieht sich für das Wochenende zurück.
Tatsächlich kehrten viele von ihnen später unauffällig wieder zurück. Teilweise getarnt gingen sie erneut ins Hauptquartier, um dort die Operation für die frühen Morgenstunden des Samstags zu koordinieren.
Für die iranische Führung kam der Angriff dadurch offenbar völlig überraschend. Sie fühlte sich sicher genug, größere Treffen im Herzen von Teheran abzuhalten - genau dort schlugen die Bomben schließlich ein.