"Wir geben unser Kind nicht weg!" Christa D. aus Oberösterreich pflegt seit 43 Jahren ihre schwerbehinderte Tochter Petra gemeinsam mit ihrem Mann zu Hause.
Die 42-jährige Tochter sitzt im Rollstuhl und muss intensiv betreut werden. "Waschen, pflegen, füttern – alles rund um die Uhr", sagt die Mutter zu "Heute". "Ich bin manchmal bis ein Uhr früh beschäftigt und um fünf Uhr früh beginnt alles wieder von vorn."
Finanziell ist es hart. Auch wenn die Familie für Petra Pflegegeld in der Stufe 6 erhält (1.685,40 Euro) und zusätzlich Familienbeihilfe (389,60 Euro) – die Aufwendungen für die Pflege, die Lebenserhaltungskosten und das fehlende Einkommen kann das lange nicht wettmachen.
Tagsüber besucht Petra eine Werkstatt für behinderte Menschen. "Dort wird sie gut betreut", sagt die Mutter. Doch finanziell ist es eine Katastrophe: "Sie bekommt dort im Monat 14 Euro." Gleichzeitig zahlt die Familie monatlich 445 Euro für diese Betreuung.
Besonders bitter für die Familie: Petra hat laut ihrer Mutter keine eigene Krankenversicherung, sondern ist nur mitversichert, "sie ist nicht einmal befreit von der Rezeptgebühr." Im Krankenhaus müsse ihre Tochter deshalb sogar "den doppelten Tagsatz zahlen".
In Oberösterreich gibt es für behinderte Menschen, die zuhause leben, keine Sozialhilfe und keinen Wohnzuschuss, kritisiert die Mutter. "Wenn wir in Zukunft unsere Petra nicht mehr pflegen können, weil wir es körperlich nicht mehr schaffen, müssen wir jemanden holen. Aber ich habe keine Ahnung, wie sich das finanziell ausgehen soll – das ist viel zu teuer."
Pflege daheim kostet mehrere Tausend Euro pro Monat. Eine Alternative wäre ein Platz in einem Heim, doch das lehnt die Familie strikt ab. „Das machen wir auf keinen Fall!"
"Heute" fragte nach im Büro von Soziallandesrat Christian Dörfel (ÖVP). Unterstützungsleistungen der Behindertenhilfe seien unabhängig von anderen sozialen Leistungen zu sehen, hören wir. Petra D. werde im Rahmen der fähigkeitsorientierten Aktivität im Ausmaß von 38 Wochenstunden betreut. Außerdem erhalte sie Pflegegeld sowie erhöhte Familienbeihilfe.
Christa D. plagen weiterhin Zukunftsängste: "Wir brauchen künftig zumindest die Sozialhilfe, eine Pension, irgendwas."
Zur Frage der Sozialhilfe erklärt das Büro des Landesrats: Diese sei an das Haushaltseinkommen geknüpft. Aufgrund der Einkommenssituation der Eltern bestehe kein Anspruch, "das ist auch gerichtlich bestätigt worden". Auch eine Befreiung von der Rezeptgebühr sei deshalb nicht möglich. Per Gesetz könne man eben nicht mehr machen.