Ein 53-jähriger ehemaliger Gastronom aus Vorarlberg ist in ein komplexes Betrugsschema geraten, das nun vor dem Landesgericht Feldkirch aufgearbeitet wurde. Insgesamt flossen knapp 47.000 Euro aus Rechnungszahlungen zweier österreichischer Gemeinden auf sein Konto – allerdings nicht durch Zufall, sondern durch eine Hacker-Masche.
Der Mann hatte ursprünglich selbst finanzielle Probleme und war früher Gastronom. Im Verfahren schilderte er, er sei auf einen Unbekannten hereingefallen, der sich als "Franki" ausgegeben habe. Dieser habe sich zunächst kleinere Geldbeträge geliehen (insgesamnt 4.500 Euro) und später behauptet, eine größere Summe für ihn zu haben. Dafür solle er seine Bankdaten weitergeben, um das Geld zu überweisen.
Im Hintergrund des Falls waren laut Ermittlungen tatsächlich Hacker aktiv, die sich unbefugt Zugang zu Daten zweier Firmen verschafft hatten. Diese Unternehmen waren unter anderem in der Autobranche tätig und hatten bereits laufende Geschäftsbeziehungen mit den Gemeinden Purkersdorf und Gamlitz.
Genau diese bestehende Geschäftshistorie machte den Betrug besonders glaubwürdig: Die Gemeinden kannten die Firmen bereits und hatten zuvor mehrfach Dienstleistungen in Anspruch genommen, wie "Vorarlberg Online" berichtet. Entsprechend erwarteten sie die eingehenden Rechnungen ohne Misstrauen.
Die Täter nutzten diesen Umstand aus und manipulierten die Rechnungsdaten gezielt. Dabei wurden die ursprünglich korrekten Zahlungsinformationen der Firmen verändert und durch die Bankverbindung des Vorarlberger Kontoinhabers ersetzt.
Da die Rechnungen im gewohnten Ablauf eintrafen und keine Abweichungen auffielen, wurden die offenen Beträge von den Gemeinden regulär und fristgerecht überwiesen. Insgesamt gelangten so knapp 47.000 Euro auf das Konto des Mannes in Vorarlberg. Seine 4.500 Euro habe dieser sich geholt, der Rest würden den Hackern gehören.
Als sich die tatsächlichen Firmen bei den Gemeinden meldeten und ihr Geld forderten, flog dann der ganze Betrug auf.
Vor Gericht sprach die Verteidigung von Gutgläubigkeit, doch das Gericht folgte dieser Darstellung nicht. "Dass Sie nichts geahnt haben, ist völlig lebensfremd", hieß es in der Begründung.
Das Urteil: sieben Monate Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Zusätzlich muss der Mann die gesamte Summe an die geschädigten Gemeinden zurückzahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.