Von Narben überzogen

Gehen fällt schwer! Gold-Brignone leidet noch immer

Federica Brignone kürte sich in ihrer Heimat zur Doppel-Olympiasiegerin. Ein Ski-Wunder! Vor zehn Monaten schien das unmöglich.
Sport Heute
16.02.2026, 11:44
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"Das ist einfach verrückt", erklärte Brignone nach ihrem Sieg im Super-G und ihrer zweiten Goldmedaille bei Heim-Olympia. Für die Italienerin war es eigentlich schon ein großer Erfolg, am Start stehen zu können. Denn die Speed-Spezialistin hatte eine lange Leidenszeit hinter sich. Im Herbst waren Weltcup-Rennen noch eine ferne Fantasie, geschweige denn, bei Olympia an den Start zu gehen.

Vor einem Jahr: Schwere Verletzung für Brignone

Im April 2025 zog sie sich bei den italienischen Meisterschaften nach einer starken Weltcup-Saison einen Schien- und Wadenbeinbruch sowie einen Kreuzbandriss im linken Bein zu – Verletzungen, nach denen zwei Goldmedaillen bei Olympia wie ein kleines Wunder klingen. Zumindest für die meisten Athleten, aber nicht für Brignone.

Nach der Operation postete die Italienerin ein Foto ihres Beines – angeschwollen, samt langem, tiefen Schnitt über Ober- und Unterschenkel, von Drähten zusammengehalten. Die 35-Jährige kämpfte sich zurück, feierte ihr Comeback, erst vor etwa einem Monat, im Weltcup. Und jetzt, zehn Monate nach der niederschmetternden Diagnose, steht sie ganz oben.

Ganz die Alte ist sie aber dennoch nicht mehr. Die Verletzungen haben bleibende Spuren hinterlassen. "Mein Bein und mein Knie sind ruiniert. Das Schienbein ist nicht mehr in Linie. Ich wollte nie sagen, wie schlimm es ist. Aber es ist so", enthüllte der Ski-Star nach ihrem zweiten Olympia-Gold.

Aber: Rund lief es für sie auf dem Weg zurück aber nicht. Auch jetzt begleiten sie noch Schmerzen. Während der Olympischen Spiele musste sie ein Training abbrechen, weil die Schmerzen zu groß waren. Sogar das Gehen fiel ihr in den letzten Tagen schwer. "Ich würde beide Goldmedaillen eintauschen, wenn ich dafür wieder ohne diese Verletzung sein könnte", offenbarte sie.

Konkurrenz zollt der Doppel-Olympiasiegerin Respekt

Auch die Gegnerinnen zeigten sich beeindruckt. Camille Rast nannte sie eine "sehr, sehr, sehr gute Fahrerin". Thea Louise Stjernesund und Sara Hector verneigten sich im Ziel vor Brignone. "Wir haben großen Respekt voreinander", sagte Brignone zu dieser Geste. "Sie sind tolle Mädels." Es gebe zwar Konkurrenz, aber nicht zu viel. "Ich versuche immer freundlich und einfach ich selbst zu sein. Vielleicht haben sie deshalb gekniet, ich weiß es nicht."

Brignone selbst konnte ihr Glück kaum fassen: "Als ich die Ziellinie überquerte, dachte ich: 'Ich weiß nicht, ob es reicht.' Dann hörte ich die Menge und dachte: 'Oh, vielleicht doch!'", lachte sie nach ihrem Triumph. Dann habe sie sich umgedreht "und ich sah die Nummer eins". Sie sei voller Emotionen: "Ich kann es nicht fassen!"

Zum ersten Mal überhaupt gewinnt eine Frau bei denselben Spielen sowohl den Riesentorlauf als auch den Super-G. Nach Bronze in Pyeongchang 2018 und Silber sowie Bronze in Peking 2022 ist ihre Olympiamedaillensammlung damit komplett. Mit insgesamt fünf Medaillen zieht sie jetzt mit Skilegende Alberto Tomba gleich.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 16.02.2026, 13:59, 16.02.2026, 11:44
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