Wiens öffentliche Bäder stehen weiter im Fokus: Nach den ersten Berichten über Sex-Treffen in öffentlichen Anlagen ist"Heute" auf brisante Einträge gestoßen. In einem Internetforum wird das Amalienbad ganz offen als Treffpunkt für sexuelle Begegnungen geführt. Damit wird bestätigt, was zuvor bereits Thema war – nur deutlich konkreter.
Im Eintrag selbst wird nichts beschönigt. Freitags sei "Herrentag" und man komme "nicht nur von der Hitze ins Schwitzen". Im Dampfbad, im Whirlpool und sogar im Duschbereich gehe es "oft wild zur Sache". Das Bad wird damit nicht nur erwähnt, sondern regelrecht beschrieben - wie ein fixer Treffpunkt.
Darunter wird es noch deutlicher. Die Kommentarfunktion wirkt wie eine laufende Verabredungsliste, in der sich Nutzer direkt austauschen und Treffen anbahnen. "Heute wer da", schreibt ein User, ein anderer fragt: "Ist hier ab und zu noch was los?"
Ein Nutzer kündigt sogar konkret an: "Hey Männer! Ich bin gleich auf dem Weg dorthin. Hat jemand Bock auf Fun? Bleibe bis 16:30 Uhr. Bin groß, dunkle Haare und eine blaue Badehose." Andere schwärmen offen: "Da hat es fast immer romantische Herren für beglückende Kontakte im Sprudel, Dampfbad und Sauna. Soo schön!"
Die Beiträge zeigen klar: Hier wird nicht nur darüber geredet, sondern aktiv organisiert. Nutzer posten Zeiten, beschreiben ihr Aussehen und suchen gezielt nach Treffen – und das mitten im öffentlichen Badebetrieb. Besonders auffällig: Das Forum bewertet die Orte sogar. Neben Angaben zu Andrang und Tageszeit gibt es auch eine Art Skala, wie hoch die "Intimität" vor Ort ist – also wie wahrscheinlich es dort zu sexuellen Kontakten kommt.
Schon zuvor hatte die Wiener Zeitung berichtet, dass Wiener Bäder in Foren als Orte für sexuelle Begegnungen gehandelt werden. Die Heute-Recherche zeigt nun, wie konkret und offen diese Szene tatsächlich agiert.
Brisant ist vor allem eines: Diese Treffen finden nicht abgeschottet statt. Dieselben Bereiche werden auch von ganz normalen Badegästen genutzt – ohne dass sie wissen, was parallel passiert oder angebahnt wird. Berichte darüber gibt es bereits. Von unangenehmen Blicken über aufdringliche Annäherungen bis hin zu sexuellen Handlungen direkt in der Sauna, wie Betroffene schildern.
Die Wiener Bäder stellen klar, dass Belästigung keinen Platz hat. Es gilt eine Null-Toleranz-Politik, bei Verstößen drohen Hausverbot und Anzeige. Doch die neuen Funde zeigen: Während vor Ort kontrolliert wird, entstehen im Netz längst eigene Treffpunkte - mit klaren Ansagen, konkreten Uhrzeiten und detaillierten Beschreibungen. Was hier wie harmlose Kommentare wirkt, ist in Wahrheit eine offene Einladung - mitten im Wiener Badealltag.