Tierisch schlechte Idee

Wolf-DNA! Hightech-Diensthunde für den Krieg

Mit Genmanipulation und Hightech will das US-Start-up Warhound Diensthunde für Militär und Behörden leistungsfähiger und gesünder machen.
23.10.2026, 10:00
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In der Tech-Branche kennen viele Palmer Luckey als Gründer des VR-Unternehmens Oculus. Nachdem Facebook die Firma gekauft hatte, suchte sich Luckey ein neues Geschäftsfeld: den Krieg. Der leidenschaftliche Hawaiihemdträger gründete mit Anduril ein Rüstungsunternehmen, das bei der US-Regierung derzeit hoch im Kurs steht. Nun legt er mit Warhound nach. Dort werden keine Drohnen oder Raketen gebaut, sondern Hunde.

Die Diensthunde sollen beim Militär, bei Behörden und Rettungskräften zum Einsatz kommen. Dafür werden sie nicht nur speziell gezüchtet, sondern auch genetisch verändert. Wie futurezone.at berichtet, soll zunächst mit Genom-Editierung die Gesundheit der Tiere verbessert werden. So sollen bekannte Probleme bestimmter Rassen, etwa Hüftdysplasie, vermieden werden.

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Die ersten genetisch veränderten Welpen sollen Anfang 2027 zur Welt kommen. Laut Warhound-Mitgründer Ben Lamm werden es vor allem belgische Schäferhunde sowie einige deutsche Schäferhunde und Labradore sein.

Inklusive Wolfgenetik

In einem nächsten Schritt sollen weitere Veränderungen am Erbgut vorgenommen werden. So will das Unternehmen etwa Wolfsgene einsetzen, um die Hunde für den Militäreinsatz zu verbessern. Das erinnert an das US-Start-up Colossal Biosciences, das mithilfe der Genschere CRISPR Welpen mit Genen des Direwolfs gezüchtet hat. Lamm gehört ebenfalls zu den Gründern des Unternehmens.

Die gezüchteten Hunde sollen mit "kybernetischen Verbesserungen und Software" von Anduril ausgestattet werden. Cyborg-Hunde seien vorerst nicht geplant, sagte Lamm dem Magazin Wired. Vorgesehen sei aber ein "fortschrittlicher Körperschutz".

Waffen für die Hunde noch in Schwebe

Ob die Hunde künftig auch bewaffnet sein werden, wollte Lamm nicht kommentieren. Auf einer Grafik auf der Warhound-Website sind Brillen und Helme mit Kameras zu sehen. Denkbar ist auch ein Lautsprecher mit Knochenleitung, über den Hundeführer ihren genetisch veränderten Tieren Befehle über größere Entfernungen geben könnten.

Warhound begründet den Bedarf mit der derzeitigen Versorgungslage: Mehr als 80 Prozent der Diensthunde kämen aus Europa, nur die Hälfte davon sei für den Einsatz geeignet. Mit eigenen Züchtungen in den USA soll die Abhängigkeit von anderen Ländern sinken und die Ausfallquote verringert werden. Neben Hüftdysplasie seien schlechtes Sehvermögen und Muskelschwund häufige Gründe dafür, dass Hunde schon während der Ausbildung ausscheiden.

Luckey und Lamm haben bereits mehr als ein Jahr an dem Start-up gearbeitet. Nun hat es den "Stealth-Modus" verlassen. Bei einer aktuellen Finanzierungsrunde nahm Warhound 200 Millionen US-Dollar ein. Der Unternehmenswert wird mit 1,2 Milliarden US-Dollar angegeben.

red, 23.10.2026, 10:00