Bunte Bluetooth-Boxen

CMF Speaker S & M – die Milchpackerl-Musikboxen im Test

CMF bringt erstmals zwei portable Lautsprecher in verschiedenen Größen heraus. Wir haben die bunten Sound-Boxen getestet und verraten alle Details.
19.10.2026, 20:18
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Wer im Alltag oder unterwegs auf der Suche nach musikalischer Untermalung ist, blickt derzeit auf ein dicht besetztes Feld an mobilen Beschallungslösungen. Im Oktober betritt allerdings ein neuer Akteur diese Arena. Die Consumer-Tech-Marke CMF mit Sitz in London erweitert ihr Portfolio um die CMF Speaker Series und schickt mit dem CMF Speaker S sowie dem CMF Speaker M gleich zwei tragbare Lautsprecher ins Rennen. Das Unternehmen, eine Tochter des Tech-Herstellers Nothing, das seit dem Marktstart im Jahr 2023 mit eigenwilligem Design und international ausgezeichneten Produkten für Aufsehen sorgt, möchte das Konzept mobiler Klangkörper grundlegend auffrischen. Entsprechend einzigartig sehen auch die Speaker aus.

Unser Test zeigt, wie gut die Symbiose aus charakteristischer Formsprache, Alltagstauglichkeit und Akustik in den beiden Debüt-Modellen tatsächlich gelungen ist. CMF verzichtet beim CMF Speaker S und CMF Speaker M auf gewohnte Gestaltungsmuster der Lautsprecher-Branche. Statt der im Segment weit verbreiteten schwarzen Zylinder und Kugeln setzen die Entwickler auf eine streng geometrische Kachelform – die Lautsprecher sehen fast wie Milchpackerl aus. Käuferinnen und Käufer haben bei beiden Varianten die Wahl zwischen den Farben Weiß, Dunkelgrau, Orange und Türkis. Ein netter Bonus der Bauweise ist das Thema Personalisierung. Beide Lautsprecher bieten austauschbare Frontblenden sowie wechselbare Drehregler.

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S für eine erstaunlich deutliche Stimmwiedergabe

Wer noch individueller auftreten möchte, profitiert von der Unterstützung standardisierter 3D-Druck-Vorlagen, mit denen sich eigene Bauteile im Heimdruckverfahren anfertigen und direkt an den Gehäusen montieren lassen. Trotz der gemeinsamen Design-DNA richten sich die beiden Modelle an unterschiedliche Nutzungsszenarien. Der CMF Speaker S präsentiert sich als extrem handliche Variante für die Tasche. Seine kompakte, aufrechte Bauweise ist darauf ausgelegt, möglichst wenig Platz einzunehmen. Für den einfachen Transport ist der Speaker S mit einer Befestigungsmöglichkeit für Trageriemen sowie mit einem integrierten Haltepunkt für Karabiner versehen. Damit eignet sich das kleine Modell ideal für den Einsatz am Rucksack.

Im Gehäuse arbeitet ein speziell abgestimmter 45-Millimeter-Breitbandtreiber, der seitlich von zwei Passivmembranen unterstützt wird. Das System mobilisiert eine Ausgangsleistung von bis zu 10 Watt RMS und deckt einen Frequenzbereich von 70 Hertz bis 20 Kilohertz ab. In der Praxis liefert diese Konfiguration eine erstaunlich deutliche Stimmwiedergabe und verständliche Höhen. Der größere CMF Speaker M übersetzt diese Designsprache in eine massivere Form. Er ist als kraftvoller Mittelpunkt für Tische, Schreibtische oder gesellige Runden im Freien konzipiert. Ein integrierter Tragegriff sorgt dafür, dass sich der Lautsprecher mühelos zwischen verschiedenen Einsatzorten wie Küche, Balkon oder Wiese bewegen lässt.

M für ein spürbar voluminöseres Klangbild

Auch im Bücherregal fügt sich die Box durch ihre geometrische Struktur nahtlos ein. Klanglich setzt der Speaker M auf ein geschlossenes Zwei-Treiber-System. Ein dedizierter 70-Millimeter-Woofer kümmert sich um den Tieftonbereich, während ein separater 16-Millimeter-Hochtöner für die oberen Frequenzen zuständig ist. Mit insgesamt 35 Watt RMS und einem Frequenzbereich von 60 Hertz bis 20 Kilohertz bietet die M-Variante ein spürbar voluminöseres Klangbild. Bässe reichen wahrnehmbar tiefer hinab, die Höhen wirken präziser durchgezeichnet und Stimmen trennen sich sauberer von begleitenden Instrumenten. Um ein gleichbleibend ausgewogenes Klangbild zu gewährleisten, arbeiten beide Speaker mit Anpassungsoptionen.

Wer Anpassungen vornehmen möchte, findet in der dazugehörigen "Nothing X"-App am Smartphone verschiedene vordefinierte Soundprofile vor: "Balance" für eine neutrale Wiedergabe, "Mehr Bass" für verstärkte Tieftöne, "Mehr Höhen" für hervorgehobene Höhen und "Stimmen" für eine optimierte Sprachverständlichkeit. Ergänzend stehen Funktionen wie "Ultra Bass" zur Verfügung, die das Fundament im Tieftonbereich gezielt anhebt, während die Option "Wide Soundstage" selbst bei einem einzelnen Lautsprecher eine räumlich erweiterte Klangbühne simuliert. Zusätzlich bietet die App einen Modus für ruhigeres Hören bei Nacht, der die Lautstärke bei Bedarf auf 60 Prozent begrenzt.

Lautsprecher lassen sich zu Stereo-System koppeln

Für Szenarien, in denen ein einzelnes Gerät nicht ausreicht, bieten die CMF-Lautsprecher erweiterte Kopplungsfunktionen. Zwei baugleiche Modelle lassen sich zu einem echten Stereo-System zusammenschalten, bei dem die Kanäle für links und rechts strikt getrennt wiedergegeben werden. Für größere Flächen oder Veranstaltungen steht der sogenannte "Party Mode" bereit. Dieser basiert auf dem Auracast-Standard und erlaubt die synchrone Signalverteilung an zwei oder mehr kompatible Lautsprecher. Vorteilhaft ist hierbei, dass über diesen Standard auch unterstützte Modelle anderer Hersteller in das Wiedergabenetzwerk eingebunden werden können.

In Bezug auf die kabellose Signalübertragung nutzen beide Geräte den modernen Standard Bluetooth 6.0. Um das initiale Verbinden mit Quellgeräten, sprich Smartphones oder Tablets, so simpel wie möglich zu gestalten, sind verschiedene Schnellanbindungen integriert. Neben NFC Tap-to-Pair werden Google Fast Pair sowie Microsoft Swift Pair unterstützt, wodurch eine Bestätigung am Display für die Kopplung genügt. Die integrierte Dual-Device-Funktion ermöglicht zudem das gleichzeitige Aufrechterhalten von zwei aktiven Verbindungen. So kann der Lautsprecher parallel mit einem Smartphone und einem Notebook gekoppelt bleiben, um ohne manuelles Umschalten zwischen Audioquellen zu wechseln.

Ein Modus für so gut wie jede Sound-Situation

Für Anwendungen mit besonders geringer Latenz unter 60 Millisekunden, etwa bei Filmwiedergaben oder Spielen, erlaubt der USB-C-Anschluss eine direkte digitale Kabelübertragung im Plug-and-Play-Verfahren. Ist der Lautsprecher an eine externe Stromquelle angeschlossen, wechselt er bei Nichtgebrauch automatisch in den Standby-Modus und wird über die Auto-Wake-Up-Funktion reaktiviert, sobald ein zuvor gekoppeltes Gerät ein Audiosignal sendet. Bei den Bedienelementen setzt CMF auf physische Feedback-Geber statt auf Touch-Felder. Ein taktiler Drehregler am Gehäuse dient als Steuerelement für Lautstärke, die Wiedergabesteuerung, den Titelsprung sowie das Zu- und Abschalten der Ultra-Bass-Funktion.

Ergänzend stehen dedizierte Tasten für den Ein- und Ausschaltvorgang, das Bluetooth-Pairing und die Auracast-Aktivierung zur Verfügung. Hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit im Außeneinsatz erfüllen beide Modelle die Vorgaben der Schutzart IP68. Damit sind die Lautsprecher vollständig gegen das Eindringen von Staub geschützt. Zudem halten die Gehäuse einem zeitweiligen Untertauchen in Wasser bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern für maximal 30 Minuten stand, ohne Schaden zu nehmen. Witterungseinflüsse wie Starkregen oder der versehentliche Kontakt mit Flüssigkeiten stellen somit kein Risiko für die Elektronik dar – und fällt das gemütliche Picknick ins Wasser, sind die Lautsprecher nicht gleich kaputt.

Fazit: Bunt, robust, laut – und preislich attraktiv

Die Stromversorgung erfolgt über integrierte Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 2.600 Milliamperestunden (mAh) beim Speaker S beziehungsweise 4.900 mAh beim Speaker M. Beide Modelle erreichen bei einer mittleren Lautstärke von 50 Prozent und zugeschalteter Ultra-Bass-Option eine kontinuierliche Spieldauer von bis zu 18 Stunden. Bei einer höheren Lautstärke von 80 Prozent schrumpft die Laufzeit beim Speaker S auf bis zu 5 Stunden und beim Speaker M auf bis zu 4 Stunden. Für alle, denen es um die genauen Maße und das Gewicht geht: Der Speaker S misst exakt 130,5 x 85 x 44 Millimeter bei 334 Gramm und der Speaker M kommt auf 220 x 85 x 54 Millimeter bei 602 Gramm.

Für Notsituationen bei niedrigem Ladestand steht eine Schnellladefunktion bereit: Eine vollständige Aufladung nimmt beim kleinen Modell etwa 2,5 Stunden und beim großen Modell rund 3 Stunden in Anspruch. Preislich siedelt der Hersteller die Geräte im erschwinglichen Segment an – 59 Euro kostet der CMF Speaker S, 99 Euro der CMF Speaker M. Der offene Verkauf startete für beide Modelle am 12. Oktober auf nothing.tech. Ab Anfang November sind beide Modelle auch über Amazon in Österreich verfügbar. CMF liefert mit dieser Serie ein technisch stimmiges, optisch eigenständiges und preislich attraktives Gesamtpaket ab, das sowohl Design-Liebhaber als auch Musikfans im mobilen Alltag anspricht.

rfi, 19.10.2026, 20:18
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