Ein Bürgermeister in Italien traute seinen Augen kaum: In der Weihnachtskrippe in Galatone (Provinz Lecce) stand plötzlich eine "lebende" Figur – ein 38-Jähriger, der nun im Gefängnis sitzt.
Bürgermeister Flavio Filoni machte am vergangenen Samstag die ungewöhnliche Entdeckung in der Krippe. "Ich bemerkte die schönen Figuren, die wie jedes Jahr Teil der Krippe sind, die von der Pro Loco in Galatone aufgestellt wurde. Zunächst sah ich nichts Ungewöhnliches. Bis sich jedoch eine der Figuren zu bewegen begann. Da näherte ich mich und bat ihn, herauszukommen. Er antwortete, dass dies sein Zuhause sei", so Filoni gegenüber "Corriere della Sera".
Der Bürgermeister blieb nach eigenen Angaben zunächst bei der Krippe: "Ich blieb etwa zwanzig Minuten dort", fährt er fort. In dieser Zeit trafen auch der Kulturdezernent und die örtliche Polizei ein. Der Mann wurde daraufhin zur Polizeidienststelle gebracht und dort identifiziert.
Dabei stellte sich heraus, dass es sich um einen 38-jährigen Mann aus Ghana handelt, gegen den die Staatsanwaltschaft Bologna einen Haftbefehl erlassen hatte. Er hätte wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung eine Haftstrafe von 9 Monaten und 15 Tagen antreten sollen und wurde nun in das Gefängnis von Lecce überstellt.
"Er wird etwa eine Stunde unter der Hütte in der Krippe verbracht haben", fährt der Bürgermeister fort. "Denn er war an diesem Morgen gegen 7:30 Uhr auf der Straße von Galatina nach Galatone gesehen worden."