Appell an Regierung

Gewalt-Eskalation – Jetzt soll Schaffner-Polizei kommen

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Schaffner in Deutschland fordert die Gewerkschaft hierzulande Maßnahmen. Auch die Regierung soll aktiv werden.
Nicolas Kubrak
11.02.2026, 16:02
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Vergangene Woche kam es im deutschen Rheinland-Pfalz zu einer schrecklichen Tat: Weil ein 26-Jähriger keinen gültigen Fahrschein vorweisen konnte und deswegen des Zuges verwiesen wurde, schlug der Mann hemmungslos auf einen 36-jährigen Schaffner zu. Der Mann erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen – "Heute" berichtete.

Auch in Österreich wurden Zugbegleiter Ziel von Gewalt: In der Steiermark bedrohte ein 41-jähriger Slowake einen Schaffner und attackierte anschließend eine 52-jährige Kollegin. Sie zog sich eine schwere Verletzung am Bein zu.

Gewerkschaft nimmt Regierung in die Pflicht

Angesichts der dramatischen Gewalt-Eskalation gegen Beschäftigte bei der Eisenbahn schlägt Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, Alarm: Er fordert Verkehrs- und Innenminister sowie die Bahnbetreiber auf, umgehend einen Sicherheitsgipfel mit der Gewerkschaft zum Schutz von Beschäftigten und Reisenden einzuberufen.

"Wir können nicht länger zusehen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen täglich ihre Gesundheit und im schlimmsten Fall ihr Leben riskieren, nur um Menschen sicher an ihr Ziel zu bringen. Deeskalationstraining allein ist kein Schutzschild gegen hemmungslose Gewalt", so der Gewerkschafter.

"Eisenbahnpolizei" gefordert

Der vida-Chef betont, dass auch technische Maßnahmen wie Bodycams oder "Trennscheiben" wichtige Sofortmaßnahmen seien, dennoch brauche es weiterreichende Maßnahmen. Hebenstreit schlägt daher eine zweigleisige Strategie bestehend aus der Einführung einer "Eisenbahnpolizei" sowie personellen Doppelbesetzungen in Zügen vor.

Der "Mindeststandard" der Sicherheit müsse zukünftig die personelle Doppelbesetzung sein, insbesondere in den Abendstunden und auf bekannt "kritischen Linien", ergänzt der vida-Vorsitzende. Ein zweiter Mitarbeiter wirke präventiv abschreckend und ermögliche im Ernstfall sofortige Hilfe. Bei der Sicherheit des Personals und der Reisenden dürfe nicht gespart werden. "Die Zeit drängt. Wir erwarten uns daher einen Terminvorschlag für einen Sicherheitsgipfel noch im laufenden Monat", bekräftigt Hebenstreit abschließend.

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