"Können nicht zufrieden sein"

Babler-Krimi – SPÖ-Ikone spricht jetzt Klartext

Die Spekulationen um ein Kern-Comeback nehmen zu. Doris Bures, Dritte Nationalratspräsidentin und SPÖ-Ikone, ordnete die Lage ihrer Partei ein.
Nicolas Kubrak
11.02.2026, 10:07
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Will es Christian Kern noch einmal wissen? Diese Frage treibt derzeit nicht nur die SPÖ um, sondern sorgt in ganz Polit-Österreich für Spekulationen. Auslöser sind die anhaltend schlechten Umfragewerte der Sozialdemokraten – zuletzt nur 18 Prozent – sowie der Parteitag am 7. März. Dort tritt Parteichef Andreas Babler nach aktuellem Stand ohne Gegenkandidaten an

Tritt Kern doch an?

Doch hinter den Kulissen rumort es gewaltig. Insidern zufolge soll Kern ernsthaft prüfen, beim Parteitag gegen Babler ins Rennen zu gehen. "Er will es unbedingt. Christian ist immer ein politischer Mensch geblieben, der zurück in die Arena möchte, um die Scharte in seiner Vita mit dem unrühmlichen Polit-Kapitel auszumerzen", sagte ein Insider zu "Heute".

Viel Zeit bleibt dem Ex-Kanzler nicht mehr: Bis Ende der Woche müsste er eine Kandidatur offiziell bekannt geben. Dem Vernehmen nach will sich Kern am Mittwoch oder Donnerstag erklären – und damit entscheiden, ob er noch einmal in den politischen Ring steigt.

SPÖ-Ikone packt jetzt aus

Währenddessen bemühen sich führende Persönlichkeiten bei den Roten um demonstrative Gelassenheit. Im ORF-"Report" stellte die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures klar, dass es aus ihrer Sicht derzeit "keine ernsthafte Personaldebatte" gebe – schlicht, weil es keinen weiteren Kandidaten gebe. Man gehe davon aus, dass es beim Parteitag einen Kandidaten geben werde – Andreas Babler. Sehr wohl werde allerdings darüber diskutiert, ob die SPÖ eine Trendwende brauche. Eine ernsthafte personelle Alternative sehe sie aktuell aber nicht.

Doris Bures ist Dritte Nationalratspräsidentin und gilt als mächtige Persönlichkeit bei der SPÖ.
Denise Auer

"Schwierige Ausgangssituation"

Auf die Frage, ob Christian Kern der bessere Parteichef wäre, wich Bures aus. Über Personen wolle sie nicht spekulieren. Viel wichtiger sei es, sich mit der "schwierigen Ausgangssituation" auseinanderzusetzen, in der man aktuell sei – wirtschaftspolitisch wie geopolitisch. Gerade in dieser Lage müsse die Sozialdemokratie eine "starke Rolle "übernehmen.

Mit Blick auf Andreas Babler sagte Bures, man könne nicht zufrieden sein, wenn die SPÖ nur noch drittstärkste Kraft sei und das schlechteste Wahlergebnis der Zweiten Republik eingefahren habe. Man erlebe einen klaren Vertrauensverlust – deshalb gebe es auch Diskussionen. Entscheidend sei jedoch, diese inhaltlich zu führen und nicht persönliche Intrigen in den Mittelpunkt zu stellen. "Wir müssen eine bessere Diskussionskultur an den Tag legen", so Bures.

Babler stellte Rendi-Wagner infrage

Früher waren Obmann-Debatten eine Spezialität der ÖVP, nun trifft es die SPÖ. Die rote Parteiikone erklärte, dass es Meinungspluralität immer gegeben habe – gerade als die Partei in der Mitte der Gesellschaft gestanden sei. Dorthin müsse man wieder kommen, dann werde auch das Vertrauen wachsen.

Ob sie Babler am Parteitag wählen werde, ließ Bures offen. "Ich kann es heute nicht beantworten. Ich werde schauen, ob und wer sonst noch antritt. Ich sehe zurzeit keinen weiteren Gegenkandidaten", betonte sie.

Spannend: Die Parteigrande erinnerte daran, dass auch der Vizekanzler die Rolle des innerparteilichen Kritikers kenne – er selbst war bekanntlich scharfer Kritiker von Ex-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner. Diese Diskussionen hätten der Partei am Ende nicht geholfen, so Bures.

{title && {title} } nico, {title && {title} } 11.02.2026, 10:07
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