Schockierende Vorwürfe

Gewalt und Demütigungen - jetzt spricht Noma-Chef

Im weltberühmten dänischen Restaurant Noma sollen körperliche und verbale Übergriffe an der Tagesordnung gewesen sein.
Heute Life
09.03.2026, 10:45
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Aussagen der Ex-Mitarbeiter zeichnen ein düsteres Bild: Über Jahre hinweg soll im weltberühmten Restaurant Noma ein Klima der Einschüchterung und systematischen Demütigung geherrscht haben. In einer Reportage der "New York Times" schildern Betroffene ihre Erfahrungen.

Konkret geht es um Vorfälle zwischen 2009 und 2017. Mehrere ehemalige Teammitglieder berichten von Schlägen ins Gesicht oder in den Bauch, Stichen mit Küchenwerkzeugen und anderen Übergriffen. Schon vor wenigen Wochen hatte der frühere Leiter des Fermentationslabors, Jason Ignacio White, unter dem Hashtag #NomaAbuse auf Instagram Missstände angeprangert und auch anonyme Aussagen früherer Kollegen veröffentlicht. "Heute" hat darüber berichtet.

Schläge und Stiche waren angeblich Alltag

Rund 30 ehemalige Mitarbeitende sprechen laut Bericht davon, dass körperliche Gewalt im Noma "Routine" gewesen sei. Nicht nur Mitgründer und Chefkoch René Redzepi selbst, sondern auch ranghöhere Köche hätten diesen Führungsstil übernommen. Besonders brisant: Während Gäste im Gastraum waren, soll Redzepi Mitarbeitende heimlich unter der Theke mit Fingern oder Werkzeugen gestochen oder getreten haben, heißt es in der "New York Times".

Kritik an der Arbeitskultur im Noma gibt es schon länger. Das Restaurant, das für seine nordische Küche weltberühmt wurde und fünfmal zur Nummer eins der Welt gekürt wurde, stand schon öfter wegen des rauen Tons und des Umgangs mit dem Personal in der Kritik. Bereits 2018 entschuldigte sich Redzepi in einer Doku für sein Verhalten.

Redzepi entschuldigt sich erneut

Am Samstag hat sich der Starkoch erneut öffentlich geäußert. In einem Instagram-Post schreibt er: "Ich möchte auf Berichte aus der Vergangenheit über meine Führung in der Küche eingehen, die kürzlich erneut aufgekommen sind. Auch wenn ich nicht alle Details in diesen Berichten wiedererkenne, sehe ich genug von meinem früheren Verhalten darin gespiegelt, um zu verstehen, dass meine Handlungen Menschen geschadet haben, die mit mir zusammenarbeiteten."

„Auch wenn ich nicht alle Details in diesen Berichten wiedererkenne, sehe ich genug von meinem früheren Verhalten darin gespiegelt, um zu verstehen, dass meine Handlungen Menschen geschadet haben, die mit mir zusammenarbeiteten.“

"Denjenigen, die unter meiner Führung, meinem schlechten Urteilsvermögen oder meiner Wut gelitten haben, spreche ich meine aufrichtige Entschuldigung aus. Ich habe daran gearbeitet, mich zu verändern", schreibt Redzepi weiter.

Er betont, dass er schon vor zehn Jahren begonnen habe, offen über seine Ausbrüche, Wut und auch körperliche Aggressionen zu sprechen. "Ich konnte dem Druck nicht standhalten. Mir war klar, dass ich mich ändern musste, und ich wollte mich ändern. Seitdem bin ich entschlossen, meine Wut zu verstehen und anders mit ihr umzugehen."

So reagieren die Leute auf Redzepis Worte

Unter dem Instagram-Post, den unter anderem auch der Schweizer Starkoch Andreas Caminada geliked hat, finden sich zahlreiche Kommentare. Manche Kollegen loben Redzepi für seine Ehrlichkeit, andere üben scharfe Kritik. Einer schreibt etwa: "René hat in dieser Branche Maßstäbe in Sachen Belästigung und unbezahlte Arbeit gesetzt. Er verdient keinerlei Mitgefühl."

Das Noma-Team betont, dass es in den vergangenen Jahren viele Veränderungen gegeben habe: bezahlte Praktika, professionelle Personalstrukturen, Führungsschulungen und bessere Arbeitszeiten. Die heutigen Zustände hätten mit den geschilderten Vorfällen nichts mehr zu tun.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.03.2026, 10:45
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen