Eskalation in Lateinamerika: Die USA haben am Samstagmorgen eine großangelegte Militäroperation gegen Venezuela durchgeführt. Anwohner und Journalisten berichteten über schwere Explosionen und Schüssen.
Im Rahmen der Operation wurde der sozialistische Machthaber Nicolás Maduro gemeinsam mit seiner Frau festgenommen und außer Landes gebracht. US-Präsident Donald Trump sprach in einem Telefonat mit den "New York Times" von einer "brillanten Operation". Dahinter stecke "eine Menge guter Planung und tolle, tolle Leute". Er kündigte an, bei einer Pressekonferenz um 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ) in Mar-a-Lago mehr Details zu geben.
Samstagmittag folgten die ersten Reaktionen aus der österreichischen Innenpolitik. "Ich verurteile den bewaffneten Angriff der USA auf Venezuela. Dieser Angriff stellt eine schwere Verletzung des Gewaltverbots der UNO-Charta dar", so Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) auf X. Es sei "eine Frage der Gerechtigkeit", dies auch klar zu bekennen.
"Wir sehen, wie sich die Welt geopolitisch auch im neuen Jahr im Rückwärtsgang bewegt und sich die internationalen Strukturen vor unseren Augen auflösen", schrieb der Vizekanzler. Gerade angesichts der Ereignisse in Venezuela führe "für uns Europäer" kein Weg daran vorbei, diese Realität anzuerkennen und ein Gegenmodell anzubieten, das das Recht des Stärkeren nicht zur politischen Methode mache.
Die grüne Bundessprecherin Leonore Gewessler kritisierte den US-Präsidenten scharf: "Donald Trump greift Venezuela an. Ausgerechnet jener Präsident, der sich selbst als Friedensträger feiert und bei jeder Gelegenheit aufzählt, welche Kriege er angeblich beendet hat und noch beenden will, lässt nun Bomben auf ein souveränes Land fallen."
Der Angriff sei "ein klarer Bruch des Völkerrechts" und dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben. "Für Europa ist das ein unmissverständliches Signal: Zusammenhalt, Stärke und die Verteidigung des Völkerrechts sind unser Auftrag", so Gewessler.
Indes hat das österreichische Außenministerium eine Reisewarnung für ganz Venezuela ausgesprochen. Auf der Website des Ministeriums betont man: "Die Sicherheitslage kann sich jederzeit verändern und entwickeln." Von nicht zwingend erforderlichen Reisen nach Venezuela werde "dringend" abgeraten. "Für das ganze Land gilt der Ausnahmezustand. Die Grenzen zu Kolumbien und Brasilien können kurzfristig geschlossen werden."