Sowohl für Private als auch für Unternehmen hat das Jahr 2026 einige Neuerungen parat. Der Budget-Sparzwang des Finanzministeriums setzt sich zwar weiter fort, allerdings soll es auch Offensiven "Offensiven im Sinne der Gerechtigkeit und im Sinne der Beschäftigten und der Wirtschaft" geben, verspricht Minister Markus Marterbauer.
Die wohl weitreichendste Änderung betrifft die neuen Regelungen bei Überstunden und Feiertagsarbeitsentgelt. Allein im Gesundheits- und Pflegebereich und in der Gastronomie und im Tourismus arbeiten rund eine halbe Million Menschen regelmäßig an Feiertagen. Etwa zwei Drittel aller Beschäftigten machen regelmäßig Überstunden.
Aber auch für die übrigen Branchen gilt 2026 ein neuer Freibetrag in der Höhe von 170 Euro für bis zu 15 Überstunden pro Monat. Zusätzlich gilt seit dem 1. Jänner, dass Feiertagsarbeit (bis zu 400 Euro im Monat) steuerfrei ist. Damit bleibt engagierten Mitarbeitern mehr Netto von ihrem Gehalt.
Änderungen wird es beim Einkaufen an der Kassa haben. Durch die verstärkte Digitalisierung wird ab Oktober 2026 der Zettelausdruck vermindert. Zwar herrscht im Sinne der Betrugsbekämpfung auch weiter Pflicht sowie Wahlmöglichkeit zwischen ausgedruckten und digitalen Belegen. Die Belegerteilungspflicht ist aber künftig auch dann erfüllt, wenn der Unternehmer dem Kunden das Auslesen des Belegs mittels digitalem Endgerät ermöglicht.
Den Staat kostet das natürlich Geld. Wieder hereinkommen soll das unter anderem mit einem Maßnahmenpaket im Bereich der Steuerbetrugsbekämpfung. Das Ministerium rechnet 2026 mit Mehreinnahmen in Höhe von 270 Millionen Euro.
Unter anderem werden 2026 folgende Maßnahmen in diesem Bereich gesetzt: Die Abschaffung des Vorsteuerabzugs bei Vermietung von Immobilien ab Anschaffungs- und Herstellungskosten von 2 Millionen Euro, ein Lückenschluss bei der steuerlichen Behandlung von Zuwendungen ausländischer stiftungsähnlicher Gebilde, die effektivere Bekämpfung von Scheinunternehmen oder der verbesserte Austausch im Zusammenhang mit der Besteuerung von Kryptowerten.
Weitere wichtige Eckpunkte in 2026 sind neue Maßnahmen der Finanzbildungsstrategie (insbesondere an Schulen) sowie der Stabilitätspakt, der mehr Transparenz in die Finanzdaten von Bundesländern, Gemeinden und Sozialversicherungen bringt. Diese müssen ihre Haushaltsdaten jetzt monatlich liefern.
"Mit dem Doppelbudget 2025/26 haben wir einen verantwortungsvollen Kurs eingeschlagen, um die Staatsfinanzen nachhaltig zu stabilisieren. Gleichzeitig setzen wir wichtige Impulse für Leistung, Unternehmertum und Beschäftigung – von der höheren Basispauschalierung bis zur steuerfreien Mitarbeiterprämie", so Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.