Am Sonntag ging in Graz die Gemeinderatswahl über die Bühne. Insgesamt 225.883 Personen konnten in der steirischen Landeshauptstadt bis 16.00 Uhr in 111 Wahllokalen ihre Stimmen abgeben. Die KPÖ von der amtierenden Bürgermeisterin Elke Kahr ging als klarer Favorit ins Rennen.
Kurz nach 17 Uhr sind dann die ersten Zahlen durchgesickert. Demnach konnten die Kommunisten ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Kahrs Partei landete laut einer ersten Hochrechnung mit 35,8 Prozent auf dem ersten Platz. Damit konnte man sich im Vergleich zu 2021 um 6,9 Prozent verbessern.
"Es gibt einen zentralen Grund, warum die KPÖ zugelegt hat: Unter den Wahlberechtigten gibt es eine knappe Mehrheit, die eine positive Entwicklung für die Stadt sehen. Hier war die Stimmungslage eindeutig für die Partei der Bürgermeisterin", erklärt Polit-Analyst Peter Filzmaier im ORF.
Nach den ersten Zahlen konnte die ÖVP auf dem zweiten Platz landen (25,6 Prozent) – musste aber einen Verlust von 0,3 Prozent hinnehmen. Dahinter landeten die Grünen mit 13,9 Prozent (minus 3,5 Prozent).
Die FPÖ konnte sich laut den jetzigen Zahlen steigern und kommt auf 12,1 Prozent (plus 1,5 Prozent). Ein schwarzer Sonntag war es für die SPÖ. Die Sozialdemokraten erreichten lediglich 6,1 Prozent – ein Verlust von 3,4 Prozentpunkten. Auch leicht verloren (minus 0,6 Prozent) haben die Neos. Die Pinken kamen auf 4,8 Prozent. Die Schwankungsbreite beträgt 2,2 Prozent.
Damit ginge sich die bestehende Koalition aus KPÖ, Grüne und SPÖ wieder aus. Für einen negativen Aspekt sorgte die Wahlbeteiligung. Diese lag an dem heißen Sonntag lediglich bei 48,8 Prozent.
Bei der KPÖ sorgte das Ergebnis jedenfalls für Jubelstimmung. Der Grazer Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) sprach gegenüber dem ORF von "großer Freude" und "großer Dankbarkeit", die man im Moment empfinden würde.
Krotzer richtete seinen Dank für das durch die Wahl ausgesprochene Vertrauen an die Bürger der zweitgrößten Stadt Österreichs. Auf die Koalitionsfrage wollte sich der KPÖ-Mann noch nicht einlassen. Man müsse abwarten, bis alle Sprengel ausgezählt sind und schauen, wie die Mandatsverteilung aussehe, so Krotzer. Sprechen wolle man mit allen Parteien.