Als es in der ARD-Talkshow "Maischberger" am Dienstagabend zum Thema Grönland kam, leistete sich die deutsche Ex-Außenministerin und nunmehrige Präsidentin der UN-Generalversammlung am Dienstagabend einen Patzer.
In der Sendung argumentierte Annalena Baerbock, dass der Streit um einen von US-Präsident Donald Trump geplanten Anschluss der Insel an sein Land gezeigt hätte, dass man Dinge klar benennen müsse. Viele in den USA hätten nicht gewusst, dass Grönland "EU-Gebiet ist", so die Ex-Außenministerin.
Dann legte Baerbock nach und bezog sich auf das Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort hätten sie viele CEOs angesprochen und gefragt, warum Grönland für die EU so wichtig sei. Die Grünen-Politikerin merkte an, dass die Firmenchefs wissen sollten, dass die Insel zur EU gehöre. Immerhin würden sie ja auf dem europäischen Markt operieren.
Bei diesen Aussagen wurde die Moderatorin Sandra Maischberger stutzig. Sie ordnete ein, dass Grönland kein Teil der EU ist, Dänemark hingegen schon. Baerbock blieb jedoch bei ihrem Standpunkt, dass die Grönländer EU-Staatsbürger seien. Daher habe man auch Soldaten dorthin geschickt, so die Ex-Außenministerin.
Die Realität zeichnet jedoch ein anderes Bild als die Grünen-Politikerin. Da Grönland zum Königreich Dänemark gehört, sind die Insel-Bewohner grundsätzlich dänische Staatsbürger. Somit sind die Grönländer tatsächlich Bürger der EU. Aber: Grönland ist ein selbstverwalteter Teil des dänischen Königreichs. Als solcher ist man im Jahr 1985 aus der EU ausgetreten. Wie die "Bild" berichtet, war damals ein Streit über Fischereirechte ausschlaggebend.
Fakt ist: Grönland und die EU haben eine enge wirtschaftliche Kooperation. Dennoch ist die Insel kein Mitgliedstaat und kein Teil des EU-Binnenmarktes oder der Zollunion. Demnach gilt dort das EU-Recht nicht. Ähnliche Beispiele sind die niederländische Karibikinsel Aruba und das französische Neukaledonien.