Grönland zeigt US-Präsident Donald Trump die kalte Schulter. "Wenn wir hier und jetzt zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, wählen wir Dänemark. Wir wählen die NATO. Wir wählen die Europäische Union", stellte Premierminister Jens-Frederik Nielsen im Vorfeld des Treffens im Weißen Haus klar.
Der 34-Jährige ist in seinen Worten unmissverständlich: "Grönland wird nicht im Besitz der USA sein. Grönland wird nicht von den USA regiert werden. Grönland wird nicht Teil der USA sein."
Die eigenen Unabhängigkeitsbestrebungen wolle er angesichts dieser geopolitischen Krise vorerst hintanstellen. Nielsen ist um demonstrative Einigkeit bemüht: "Es ist nicht der richtige Moment, mit unserem Recht auf Selbstbestimmung zu spielen, wenn ein anderes Land davon spricht, uns zu annektieren."
Denn im Moment seien die Bewohner der weitgehend autonomen Arktis-Insel Teil des Königreichs Dänemark und stünden "geschlossen hinter ihm". Dies sei "in dieser ernsten Situation äußerst wichtig", so der junge Regierungschef.
Trump reagierte mit Trotz und Drohungen: "Ich weiß nicht, wer er ist. Ich weiß nichts über ihn. Aber das wird ein großes Problem für ihn."
US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Wochen immer wieder einen US-Besitzanspruch auf Grönland erhoben. Im Gespräch war dabei ein Kauf der Insel, aber auch die Anwendung militärischer Gewalt schloss Trump nicht aus.
Er begründete das mit den nationalen Sicherheitsinteressen der USA sowie mit der russischen und chinesischen Präsenz in der Arktis. Trump meinte außerdem, Dänemark könne Grönland nicht ausreichend schützen.
Das autonome Gebiet Grönland gehört zum Königreich Dänemark, das der NATO und der EU angehört. Die dänische Regierung hat diese Vorwürfe mehrmals zurückgewiesen. Sie verweist darauf, rund zwölf Milliarden Euro in eine verstärkte Militärpräsenz in der Arktis investiert zu haben.
Derzeit würden Maßnahmen gesetzt, um die Präsenz der dänischen Armee in Grönland unter Einbindung anderer Länder auszubauen.