Ed Sheerans US-Tour ist wegen eines Streits um den Nahost-Konflikt ins Wanken geraten. Rapper Macklemore wurde als Voract gestrichen, nachdem er sich bei seinen Auftritten für Palästina eingesetzt hatte.
Auch weitere Musiker zogen sich daraufhin aus der Tour zurück. Sheeran selbst wollte sich zunächst nicht öffentlich auf eine Seite stellen. In einem Statement wollte er unpolitisch bleiben und erklärte außerdem, den "Thrift Shop"-Interpreten von seiner Tour auszuschließen, wäre eine Entscheidung des Veranstalters gewesen und nicht von ihm selbst.
Weil er sich nicht klar für Palästina aussprach, geriet er nun massiv unter Druck. Vor seinem Auftritt in Philadelphia bekam Sheeran den Ärger auch persönlich zu spüren: Innerhalb von nur 24 Stunden verlor er unter anderem rund 200.000 Instagram-Follower.
Vor der Konzerthalle in Philadelphia wurden zudem Demonstrationen abgehalten, bei denen Aktivisten Schilder mit den Worten "Free Palestine" oder "F*ck dein Konzert, f*ck deine Fans" zu lesen waren. Bei seiner Show äußerte er sich dann ausführlicher.
Im Lincoln Financial Field in Philadelphia wurde der Sänger sichtlich emotional. "Ich habe in meiner Karriere versucht, keinerlei politischer Kommentator zu sein", erklärte er. Gleichzeitig räumte er Fehler ein: "Ich musste schwierige Entscheidungen treffen und schwierige Entscheidungen tragen, und ich mache Fehler. Es tut mir wirklich, wirklich leid."
Zum Nahost-Konflikt sagte Sheeran dann allerdings deutlich: "Was am 7. Oktober beim Nova-Musikfestival in Israel passiert ist, war schrecklich und hat jahrhundertelanges jüdisches Leid noch verschärft. Was in Gaza geschieht, ist katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig."
Seine Show musste er wegen der angespannten Situation verändern. Aus Angst vor den Zusehern, ließ er die sonst verwendete B-Bühne weg. "Ich wusste nicht, wie dieses Publikum sein würde. Ich wusste nicht, ob Dinge nach mir geworfen werden würden", sagte er.
Trotz der Turbulenzen will Sheeran seine Tour fortsetzen und betonte: "Darum geht es bei meinen Shows. Darum, dass Menschen zusammenkommen, die sich nicht kennen und unterschiedliche Überzeugungen haben. Es geht um Einigkeit. Es geht um Liebe. Es geht um Familie."