Zum ersten Mal seit 2012 hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) wieder Anträge für neue Top-Level-Domains angenommen. Das sind die Endungen am Ende aller Webadressen – wie .org, .com oder auch .pizza. Insgesamt gingen 1.615 Anträge von 481 Antragstellern ein.
Der aktuelle KI-Hype zeigt sich dabei besonders deutlich: Zehn verschiedene Unternehmen, darunter Meta, Google und OpenAI, bewarben sich um die begehrte Domain .agent. Auch andere KI-bezogene Endungen wie .agi oder .aiagent sind heiß umkämpft.
Laut "t3n" haben Tech-Giganten bereits große Pläne: OpenAI beantragte insgesamt 15 verschiedene Domains, darunter .chatgpt und .codex. Meta stellte sogar 21 Anträge, unter anderem für .instagram und .threads. Diese Endungen könnten zu einprägsamen Produktseiten und Social-Media-Benutzernamen führen.
Auch aus Deutschland kamen 84 Anträge – darunter Städtedomains wie .muenchen und .bremen sowie Markennamen wie .adidas und .biontech.
Besonders interessant: Die Europäische Zentralbank hat .euro beantragt, passend zu ihren Plänen für den digitalen Euro. Aus den USA kam sogar ein Antrag für .trump von der Markenholding des US-Präsidenten.
Wie lukrativ solche Domains sein können, zeigt das Beispiel der Karibikinsel Anguilla: Die kleine Insel besitzt die Länderendung .ai – und verdiente damit bis Ende November 2025 rund 59 Millionen Euro. Der KI-Boom hat die Nachfrage massiv angeheizt.
Die Gebühren für erfolgreiche Anträge sind happig: Bis zu 227.000 US-Dollar verlangt die ICANN pro akzeptierter Domain. Welche der beantragten Endungen tatsächlich umgesetzt werden, wird sich voraussichtlich erst im kommenden Jahr zeigen.