22.10.2026, 09:17
"Von woher so viel Geld?"
Die 63-Jährige meint auch, der Missbrauch habe im Jahr 2023 stattgefunden. Aber die Erpressung könne sie nicht nachvollziehen. "159.000 Euro? Von woher so viel Geld? Ich glaube das nicht. Die Summe war nicht so hoch. Ich habe nichts davon auf die Hand bekommen." – "Habe sie ihm gedroht?", will der Rat wissen. "Nein, ich habe ihn geliebt, er war mein bester Freund." Nur einmal, nachdem die Tochter festgenommen wurde, habe sie ihm betrunken eine Sprachnachricht geschickt. "Ich habe meinen Verstand verloren", meint sie. Der Rat verzweifelt ein wenig an den ausschweifenden Aussagen der älteren Angeklagten. "Hören Sie mir zu!", herrscht er sie an.
22.10.2026, 09:10
"Uns hat das irritiert"
Nun ist die Mutter in der Mitte und muss aussagen. Zur Erpressung bekennt sie sich "nicht schuldig." Sex zu dritt habe stattgefunden, auch "Massage im Keller". Gunkls pädophile Neigungen hätten sie dabei "irritiert. Wir wollten damit nichts zu tun haben."
22.10.2026, 09:06
Kind bei Missbrauch erst zwei Jahre alt?
Gunkl hat bei der Aussage der Frau die Beine übereinandergeschlagen, sitzt nun seitlich auf der Anklagebank. Aufmerksam hört er der mutmaßlichen Epresserin zu und drückt immer wieder die Hände ineinander, kratzt sich einmal kurz am Kopf und richte seine schwarze Brille. Nun will sein Anwalt wissen, wann der Vorfall mit dem Kind genau gewesen sein soll. "Im Jahr 2023", antwortet die 42-jährigen Mutter der Kleinen. Da sei die Tochter dann erst zwei (!) Jahre alt gewesen.
22.10.2026, 08:55
"Gunkl hat sich geniert"
Warum sie Paal nach dem Vorfall mit dem Mädchen nicht angezeigt hat? "Er hat sich damals entschuldigt und gesagt, er wollte das nicht. Er hat sich geniert dafür." Deshalb sei sich nicht zur Polizei gegangen – auch weil sie mit ihm bis dahin "so einen familiären Kontakt" hatte.
22.10.2026, 08:54
Frau shoppte mit Gunkls Geld bei Karl Lagerfeld
Zahlreiche Taschen des berühmten Designers wurden bei der Frau im Zuge einer Hausdurchsuchung gefunden. "Das hat mir mein Freund geschenkt", behauptet die Angeklagte. Die Vermutung des Richters: Sie habe die Designer-Ware mit Gunkls Geld gekauft. Von den 159.000 Euro sei jedenfalls nichts mehr da. Sie habe viel Miete für die Mutter zahlen müssen und das Leben sei eben teuer. "Als Masseuse verdiene ich nicht so viel Geld, dass ich mir das alles leisten kann", erklärt sie.
22.10.2026, 08:50
Es geht um Gunkls Laptop
Das Gerät mit Missbrauchsdarstellungen habe er bei Treffen ab 2016 immer wieder mitgenommen. "Er hat es angeschaut, während es zu Handlungen mit uns kam", beschreibt die 42-Jährige die widerliche Vorlieben des Kabarettisten. "Als meine Tochter geboren wurde, haben wir Geld gebraucht. Daher meldete sich die Mutter wieder bei Paal." Im November 2024 wurden ihr die Kinder bereits abgenommen. "Wir haben sehr viele Hunde gehabt, deswegen", erklärt sie.
Der angebliche Missbrauch sei davor gewesen. Die Erpressung gibt die Angeklagte ohne große Umschweife zu. "Ja das habe ich, es tut mir sehr leid. Ich habe gesagt ich habe Foto von Badewanne und Foto von einem Übergriff. Das habe ich erfunden."
Zum angeblich so gefährlichen Bruder, mit dem sie gedroht hat, habe sie "keinen Kontakt".
22.10.2026, 08:42
"Will nicht darüber reden"
Die selbsternannte Energetikerin (42) sagt nun aus: Auf die Fragen des Richters, wie sie und ihre Mutter Gunkl sich kennengelernt haben, erklärte sie. "Ich möchte nicht darüber reden." Die sexuellen Kontakte seien ihr nun "unangenehm". Aber es seien viele Treffen gewesen. Schließlich habe ihre Mutter gesagt, "sie liebt ihn". Ob sie je ein Paar waren, "kann ich nicht sagen".
22.10.2026, 08:37
Gunkl-Anwalt spricht
Das war kurz: Er sagt: "Der Herr Paal bekennt sich schuldig, danke." Gunkl schweigt.
22.10.2026, 08:36
Verteidiger spricht von "Alkoholproblem"
Die Erpressung sei alleine von der Tochter (42) ausgegangen, erklärt Anwalt Hubert Wagner, der mit Kanzlei-Kollegen Werner Wendt die Frauen vertritt. Die ältere der beiden Frauen habe Paal nur einmal "um 7.000 Euro Geld angebettelt. Das war keine Erpressung", meint er. Sie habe ein Alkoholproblem entwickelt und zahlreiche persönliche Probleme gehabt. "Für sie habe sich gefühlt, als ob sie in einer Beziehung mit Paal gewesen sei. Es tut ihr sehr leid", bat er um einen Freispruch und betonte, dass sie keine "tragende Rolle" bei dem mutmaßlichen Erpressungen gespielt habe.
22.10.2026, 08:28
Opfervertreterin spricht
Die Anwältin des minderjährigen Opfers richtet sich ans Publikum: "Das mediale Interesse ist enorm und Aufklärung ist wichtig und richtig. Es ist jedoch nicht nötig, Details zur Intimsphäre preiszugeben", sagt sie – weswegen sie den Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit an bestimmten Stellen ankündigt.
Denn Details könnten das kleine Mädchen "unheimlich verletzen", da es nicht selbst bestimmen könnte, wann es sich mit seiner schweren Vergangenheit auseinandersetzen muss.