Fürchtet Palästina-Aktivisten

"Habe Angst" – Links-Politikerin will Berlin regieren

Linken-Politikerin Elif Eralp will Berlins Bürgermeisterin werden. Doch jetzt zeigt sich: Sie fürchtet sich vor Hamas-Anhängern im Umfeld der Linken.
30.10.2026, 08:31
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Ein Interview des "Spiegel" mit der Berliner Linken-Wahlsiegerin Elif Eralp (45) sorgt für Wirbel – allerdings weniger wegen des Gesprächs selbst als wegen ihrer Anmerkungen dazu.

Noch vor einem Monat feierte die Linke in Berlin ihren Wahlerfolg – trotz heftiger Kritik an antisemitischen Äußerungen aus den eigenen Reihen. So stellten einzelne Abgeordnete das Existenzrecht Israels infrage. Bei der Wahlparty tauchten sogar Hamas-Sympathisanten wie Ibrahim Ibrahim auf – der Mann, vor dem Eralp und ihr Umfeld Angst haben.

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Hamas-Aktivist bei Wahlparty

Wie der "Spiegel" berichtet, wurde Eralp in dem Gespräch auf Antisemitismus und radikale pro-palästinensische Kräfte innerhalb und im Umfeld ihrer Partei angesprochen. Zwar habe sie gewusst, dass sich zahlreiche Parteifreunde im Bezirksverband Neukölln besonders stark für die palästinensische Sache engagieren. Mit Grenzüberschreitungen bei einzelnen Wahlkampfveranstaltungen habe sie jedoch nicht gerechnet.

Die Journalisten hakten nach und konfrontierten Eralp mit dem Fall Ibrahim Ibrahim. Der umstrittene Aktivist hatte den Hamas-Anführer Yahya Sinwar, einen der Drahtzieher des Terrorangriffs auf Israel am 7. Oktober 2023, als "Märtyrerhelden" bezeichnet.

Brisant: Ibrahim war nach dem Wahlsieg der Linken im September auch auf einer Wahlparty der Partei in Neukölln aufgetaucht. Auf die konkrete Nachfrage der Journalisten, ob Eralp diesen Fall meine, antwortete sie laut "Spiegel" mit Ja.

Interne Notiz: "Angst vor diesen Leuten"

Bei der Autorisierung – einem üblichen Prozedere bei Interviews – fiel den Journalisten auf, dass bei der überarbeiteten Fassung sowohl die Frage nach Ibrahim Ibrahim als auch Eralps Antwort fehlten. Der Grund dafür wurde offenbar versehentlich mitgeliefert: In dem Dokument befanden sich interne Anmerkungen der Politikerin, die einen ungewöhnlich offenen Einblick in ihre Sorgen geben.

Sie schreibt, dass sowohl ihr Mann als auch sie selbst "Angst vor diesen Leuten" hätten. An anderer Stelle hält sie fest: "Ich kann mich und meine Familie für den Spiegel nicht in Gefahr bringen." Die Situation setzt Eralp offenbar massiv unter Druck. Ihr Sprecher habe ihr erklärt, dass sich die Fragen der Journalisten nicht einfach streichen ließen. In einer weiteren Anmerkung bereut sie deshalb sogar, dem Gespräch überhaupt zugestimmt zu haben.

Der "Spiegel" entschied sich trotz der persönlichen Sicherheitsbedenken, über die internen Notizen zu berichten. Das Magazin begründete dies mit der politischen Tragweite des Vorgangs.

Linke will Presserat einschalten

Nach der Veröffentlichung ging Eralp am Donnerstag selbst in die Offensive. Vor Journalisten kritisierte sie, dass private und interne Inhalte öffentlich gemacht worden seien. Gleichzeitig betonte sie, dass sie sich von niemandem einschüchtern lassen werde. Dass man sich Sorgen um die eigene Familie mache, sei völlig normal.

Laut dem Nachrichtenportal Politico plant die Linke sogar, eine Beschwerde beim Deutschen Presserat einzureichen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die offensichtlich nicht zur Veröffentlichung bestimmten Anmerkungen überhaupt hätten publiziert werden dürfen.

nico, 30.10.2026, 08:31
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