Sie kommt nie wieder frei

Pilz-Killerin legt Berufung ein – Strafe verschärft

Bittere Niederlage für Australiens Pilz-Mörderin! Sie wollte ihre Verurteilung kippen. Jetzt muss sie lebenslang ohne Aussicht auf Entlassung in Haft.
30.10.2026, 08:26
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Sie wollte ihre Verurteilung wegen dreifachen Mordes rückgängig machen – doch jetzt kommt es für Erin Patterson (52) noch schlimmer. Die als "Pilz-Mörderin" bekannt gewordene Australierin ist am Freitag (30. Oktober) mit ihrer Berufung gescheitert. Das Gericht verschärfte sogar ihre Strafe: Patterson muss den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen.

Bislang bestand zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass sie nach 33 Jahren Haft wieder freikommen könnte. Diese Aussicht ist nun vom Tisch.

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Drei Menschen starben nach Mittagessen

Der Fall hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Im Juli 2023 lud Patterson mehrere Angehörige zum Mittagessen in ihr Haus im australischen Bundesstaat Victoria ein. Aufgetischt wurde Beef Wellington, ein Gericht aus Rinderfilet im Blätterteig. Doch die einzelnen Portionen enthielten hochgiftige Knollenblätterpilze.

Drei Gäste starben an den Folgen der Vergiftung: Pattersons ehemalige Schwiegereltern Don und Gail Patterson sowie Gail Pattersons Schwester Heather Wilkinson. Deren Ehemann Ian Wilkinson überlebte nur knapp. Er musste wochenlang im Krankenhaus behandelt werden und leidet weiterhin unter gesundheitlichen Folgen.

Pattersons von ihr getrennt lebender Ehemann Simon war ebenfalls eingeladen gewesen, sagte seine Teilnahme aber kurzfristig ab.

Statt 33 Jahren nun lebenslang

Im vergangenen Jahr wurde Patterson wegen dreifachen Mordes und versuchten Mordes verurteilt. Sie erhielt lebenslange Haftstrafen, allerdings mit einer Mindestverbüßungsdauer von 33 Jahren.

Damit hätte sie nach Ablauf dieser Frist eine Entlassung auf Bewährung beantragen können. Eine tatsächliche Freilassung wäre keineswegs garantiert gewesen.

Patterson wollte mit ihrer Berufung erreichen, dass die Schuldsprüche aufgehoben werden. Die Staatsanwaltschaft ging dagegen in die entgegengesetzte Richtung: Sie hielt die bisherige Strafe für zu milde und verlangte lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer Entlassung.

Am Freitag gab das Berufungsgericht im australischen Bundesstaat Victoria den Anklägern recht.

Richter sprechen von "schockierender Kriminalität"

Drei Richter wiesen Pattersons Berufung zurück. Gleichzeitig entschieden sie, die bisher vorgesehene Möglichkeit einer späteren Entlassung zu streichen. Richter Stephen McLeish bezeichnete die Verbrechen als außergewöhnlich kaltblütig und berechnend.

Das Ausmaß der Taten sei derart erschütternd, dass eine Mindesthaftdauer mit anschließender Möglichkeit auf Bewährung unangemessen wäre, erklärte der Richter im Namen des Senats.

Die Entscheidung bedeutet: Nach dem derzeitigen Urteil gibt es für die 52-Jährige keinen regulären Weg mehr aus der Haft.

Verteidigung beklagte unfairen Prozess

Pattersons Anwälte hatten insgesamt sieben Gründe vorgebracht, warum das ursprüngliche Urteil aufgehoben werden sollte. Unter anderem kritisierten sie, dass Geschworene während des Prozesses im selben Hotel wie Vertreter der Staatsanwaltschaft, ein wichtiger Polizeizeuge und Medienvertreter untergebracht waren. Die Verteidigung sah dadurch die Unabhängigkeit des Verfahrens gefährdet.

Auch bestimmte Beweismittel hätten nach Ansicht der Anwälte nicht vorgelegt werden dürfen. Dazu gehörten etwa Mobilfunkdaten, die mögliche Aufenthalte Pattersons in Gebieten mit giftigen Pilzen nahelegten, sowie frühere Facebook-Beiträge über ihre Schwiegerfamilie. Zudem warf die Verteidigung der Anklage eine unangemessen harte Befragung der Angeklagten vor.

Das Berufungsgericht sah jedoch keinen ausreichenden Grund, die Schuldsprüche aufzuheben. Sämtliche sieben Beschwerdepunkte blieben letztlich erfolglos.

Letzte Hoffnung auf höchstes Gericht

Ganz abgeschlossen ist der Rechtsweg für Patterson damit noch nicht. Sie hat 28 Tage Zeit, um zu versuchen, den High Court of Australia, das höchste Gericht des Landes, mit ihrem Fall zu befassen. Dafür müsste das Gericht zunächst die Behandlung einer weiteren Berufung zulassen. Ob ihre Anwälte diesen Schritt setzen, ist noch offen.

Fest steht: Der Versuch, ihre Mordverurteilung zu kippen, hat Patterson vorerst das Gegenteil gebracht. Statt einer möglichen Freilassung nach Jahrzehnten droht ihr nun Haft bis an ihr Lebensende.

red, 30.10.2026, 08:26
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