Mutter hörte "Stimmen im Kopf"

"Habe ganz schnell zugestochen" – Sohn (11) getötet

Eine 40-Jährige gesteht vor Gericht, ihren Sohn (11) getötet zu haben. Sie berichtet von Stimmen und "dunklen Mächten". Sie gilt als zurechnungsfähig.
Österreich Heute
21.09.2026, 15:09
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Im Mordprozess um einen getöteten Elfjährigen kommen am Montag am Straflandesgericht Leoben neue Details ans Licht. Seine 40-jährige Mutter gesteht die Tat.

Am 30. Jänner soll die Frau ihren Sohn in der gemeinsamen Wohnung in Leoben mit mehreren Messerstichen getötet haben. Danach versuchte sie, sich selbst das Leben zu nehmen, verständigte aber auch die Rettung.

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"Sie war's"

"Sie ist geständig. Sie gibt es zu", erklärt die Staatsanwältin laut ORF vor Gericht. Auch die Beweise würden auf die Mutter als Täterin hindeuten: "Sie war's", daran bestehe kein Zweifel.

Nach der Tat gab die Angeklagte als Motiv an, Angst vor einem "satanischen Kult" gehabt zu haben, der ihr und ihrem Sohn etwas antun wollte.

Eine entscheidende Frage des Prozesses ist nun, ob die Frau zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war. "Aber nicht jeder Schwerstverbrecher ist psychisch krank", sagt die Staatsanwältin, das berichtet der ORF. Zwei Gutachten seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die 40-Jährige zurechnungsfähig gewesen sei. "Sie hat keine schwerwiegende Erkrankung", betont die Anklägerin.

Verteidiger schildert psychische Probleme

Der Verteidiger stellt dagegen die Vorgeschichte der gebürtigen Wienerin in den Mittelpunkt. Sie habe zuletzt ein "vorbildliches Leben" geführt, als Schulassistentin gearbeitet und sei sozial integriert gewesen.

Davor sei sie allerdings jahrelang schwer drogenabhängig und "Opfer schweren Missbrauchs, gleich wie ihr Sohn" gewesen. Mehrmals sei die Frau in Therapie gewesen, teilweise auch stationär.

"Ihre Verschwörungstheorien wurden stärker", schildert der Verteidiger laut ORF. Vor der Tat habe sich ihr psychischer Zustand zunehmend verschlechtert. Am 30. Jänner seien die von ihr wahrgenommenen Stimmen und "Gesänge" schließlich so stark geworden, dass sie glaubte, ihren Sohn töten zu müssen. "Sie dachte, sie könne ihn durch die Ermordung vor den bösen Mächten schützen", erklärt der Verteidiger.

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"Ich habe Stimmen gehört"

Die Angeklagte selbst sagt, dass sie sich schuldig fühle und keine Strafmilderung wolle. Im Herbst vor der Tat habe sie sich "komplett verändert und entfremdet".

"Ich hatte die psychotische Vorstellung, dass jemand auf meine Gedanken zugreift. Ich habe Stimmen gehört, die mich und meinen Sohn in Gefahr brachten", sagt sie laut ORF vor Gericht. Ärztliche Hilfe suchte sie damals nicht, "weil ich dachte, dass es ein spirituelles Problem" sei.

"Ich habe ganz schnell zugestochen"

Ende Jänner sei ihr Zustand immer schlechter geworden. "Ich habe nicht mehr schlafen und essen können." Zudem habe sie einen starken Selbsttötungsdrang verspürt und deutlich an Gewicht verloren.

Am Morgen des 30. Jänner habe sie schließlich geglaubt, dass die "dunklen Mächte schon da" seien und es keinen Ausweg mehr gebe: "Ich wusste, ich musste ihn schützen. Er kam aus dem Zimmer, und ich habe ganz schnell zugestochen", schildert die Angeklagte die Tat.

Urteil noch am Montag erwartet

Nach der Befragung der 40-Jährigen sollen drei Gutachten erörtert werden. Anschließend müssen die Geschworenen entscheiden, ob die Angeklagte für die Tat verantwortlich gemacht werden kann.

Bei einer Verurteilung drohen ihr zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft. Das Urteil wird noch am Montag erwartet.

red,21.09.2026, 15:09
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