Cyberattacke auf eines der größten Bahnprojekte Europas! Die Betreibergesellschaft des Brenner-Basistunnels (BBT SE) ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Das bestätigte eine Sprecherin gegenüber der "Tiroler Tageszeitung". Hinter der Attacke könnte eine international agierende, russischsprachige Hackergruppe stecken.
Konkret steht die Gruppe "Everest" im Verdacht. Dabei soll es sich um ein Erpressernetzwerk handeln, das weltweit aktiv ist. Laut einer Analyse des US-Cybersicherheitsunternehmens ZeroFox gehen die Kriminellen dabei nach einer bestimmten Masche vor: Sie stehlen Daten, drohen mit deren Veröffentlichung und verlangen Geld.
Nach Bekanntwerden des Angriffs habe die BBT SE umgehend reagiert und die betroffene Datenquelle isoliert. Auch die zuständigen Behörden wurden informiert.
Wie groß der Schaden tatsächlich ist und welche Daten betroffen sein könnten, ist derzeit noch unklar. Die Betreibergesellschaft arbeitet intensiv daran, die Hintergründe und das Ausmaß der Cyberattacke zu untersuchen. Ob die Hacker bereits Lösegeld gefordert haben, ob Verhandlungen stattfinden oder ob Geld geflossen ist, bleibt offen. Entsprechende Fragen ließ die BBT SE unbeantwortet.
Besonders brisant ist die Frage, ob die Attacke Auswirkungen auf die Arbeiten am Brenner-Basistunnel hat. Hier gibt die Betreibergesellschaft vorerst Entwarnung: Nach aktuellem Kenntnisstand seien keine betrieblichen Prozesse beeinträchtigt.
Der Tunnelbau läuft demnach weiter. Währenddessen wird untersucht, wie die Hacker in die Systeme eindringen konnten und welche Folgen der Angriff haben könnte.