Cyberattacke auf eines der größten Bauprojekte Europas! Unbekannte haben sich Zugriff auf Daten des Brennerbasistunnels verschafft. Die Betreibergesellschaft BBT SE bestätigte den Angriff gegenüber der "Tiroler Tageszeitung". Welche Informationen dabei erbeutet wurden, ist noch offen.
Im Verdacht steht die Hackergruppe "Everest", die bereits am 17. Oktober den Brennerbasistunnel auf ihrer Darknet-Plattform auflistete. Das dem russischsprachigen Cybercrime-Milieu zugerechnete Netzwerk ist für Datendiebstahl und digitale Erpressung bekannt.
"Die BBT SE ist das Ziel eines gezielten Cyberangriffs geworden, bei dem in Teilen Zugriff auf Daten, die aus dem Internet erreichbar waren, erlangt wurde", erklärt Sprecherin Julia Gruber. Die betroffenen Systeme seien daraufhin isoliert und externe IT-Spezialisten eingeschaltet worden. Auch die Behörden wurden informiert.
Ob es Kontakt zu den Hackern oder sogar Lösegeldzahlungen gab, ließ das Unternehmen unbeantwortet. Wie tief die Angreifer in die IT-Systeme eindringen konnten, wird noch untersucht.
Der Tunnelbau ist laut Betreibergesellschaft nicht beeinträchtigt. "Nach aktuellem Kenntnisstand sind keine betrieblichen Prozesse beeinträchtigt", so Gruber.
Während der Tiroler Polizei der Vorfall nicht bekannt ist und bei der Datenschutzbehörde keine Meldung einging, weiß der österreichische Verfassungsschutz über die Attacke Bescheid. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) steht dazu mit den ÖBB in Kontakt.