Teenies filmten am Dach

Häf’n-Skandal: "Justizanstalt aus Josefstadt absiedeln"

Burschen kletterten über Baugerüst auf das Dach der Justizanstalt. Die ÖVP fordert nun die Absiedlung des Gefängnisses und Platz für Wohnungen.
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Die Bilder sorgen für Aufregung in Justizkreisen: Vermummte Jugendliche standen mitten in der Nacht plötzlich am Dach der Justizanstalt Wien-Josefstadt, filmten mit Handys gezielt in beleuchtete Hafträume hinein. Einzelne Videos erreichten auf TikTok bis zu 200.000 Aufrufe. "

Free alle hinter Gitter!", schrieben die Teenager. "Inshallah kommt ihr raus." Auf die Frage, wie sie nach oben gekommen wären, antwortete ein Teenager auf TikTok nur knapp: "Baustelle klettern".

Baustelle als Sicherheitsrisiko

Dutzende Meter über dem Innenhof filmten die Teenager ungehindert am Dach von Österreichs größten Gefängnisses. Bei solchen Aktionen könnten theoretisch Gegenstände in die Anstalt geschmuggelt werden, sind sich alle einig.

Ministerium prüft Fall

Das Justizministerium bestätigte den Vorfall. Dieser "sei allen relevanten Dienststellen bekannt". Weiters hieß es: "Baustellenbezogene Zutrittsmöglichkeiten […] zum Anstaltsbetrieb werden bereits im Vorfeld und fortlaufend geprüft." Ob es konkrete Ermittlungen oder sicherheitstechnische Konsequenzen gibt, wurde nicht näher ausgeführt. Auch ob gegen die beteiligten Jugendlichen ermittelt wird, wurde nicht bekannt gegeben.

Wohnungen statt Häf’n

Für die ÖVP-Josefstadt ist das Ereignis ein weiterer Beweis dafür, dass Österreichs größtes Gefängnis im kleinsten Wiener Gemeindebezirk völlig fehl am Platz sei. "Die Josefstadt braucht keine Gitterstäbe und Betonmauern, sondern dringend leistbaren Wohnraum für Familien", meint VP-Bezirksparteiobmann und Klubobmann Adam Christian.

"Auf dem Areal der Justizanstalt könnten Hunderte moderne Wohnungen entstehen – stattdessen investiert man bis 2032 in die Sanierung eines veralteten Gefängnisses, das regelmäßig für negative Schlagzeilen sorgt." Die Nettoraumfläche der Justizanstalt entspricht rund 550 Einfamilienhäusern – laut VP bestehe enormes Potenzial für dringend benötigten Wohnraum mitten in Wien.

Aufstieg über Gerüst

Die Justizanstalt Wien-Josefstadt wird seit Oktober 2023 bei laufendem Betrieb umfassend saniert. Die Fertigstellung ist für 2032 geplant. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem neue Fenster, die Dämmung der Dächer und die Errichtung einer Photovoltaikanlage. Das dafür notwendige Baugerüst könnte den Jugendlichen den Aufstieg auf das Dach erleichtert haben.

Entlastung für Josefstadt geplant

Bereits im Dezember 2025 hatte die ÖVP-Josefstadt in einem Brief an Justizministerin Anna Sporrer die Verlegung der Justizanstalt gefordert. Die Ankündigung des Ministeriums, zwei neue Haftanstalten im Westen Österreichs zu errichten, biete die historische Chance, das jahrzehntealte Problem endlich zu lösen.

{title && {title} } pet,CW, {title && {title} } 19.02.2026, 05:30
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