Der Suizid eines Häftlings in der Justizanstalt Stein zieht jetzt Konsequenzen nach sich. Mehrere Justizwachebeamte wurden am Montag vorläufig suspendiert, das berichtet die APA.
Der Grund: Es besteht der Verdacht schwerer Dienstpflichtverletzungen sowie gerichtlich strafbarer Handlungen. Konkret sollen die Bediensteten unter anderem ihre vorgeschriebenen Kontrollen der Hafträume nicht durchgeführt haben. Eine Sachverhaltsdarstellung wurde bereits an die Staatsanwaltschaft Krems übermittelt.
Die Justizanstalt und die Generaldirektion für den Strafvollzug betonen, dass man weiterhin umfassend mit den Ermittlern zusammenarbeiten werde. Zu den genauen Vorwürfen gibt es vorerst keine weiteren Details. Diese Zurückhaltung soll die laufenden Verfahren nicht gefährden und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen schützen.
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Der Insasse hatte sich in der Nacht auf Freitag im Hochsicherheitstrakt das Leben genommen. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an. Ein vorläufiges Ergebnis lag am Montagabend noch nicht vor.
Der Fall sorgt auch über die Justiz hinaus für Diskussionen. Nach dem Suizid wurde Kritik an den Haftbedingungen laut. Die Volksanwaltschaft sprach von "alarmierenden Suizidzahlen" und kritisierte die Situation in der betroffenen Abteilung als prekär.