Vor 13 Jahren gelang Markus Stoll mit seiner Kunstfigur Harry G der Durchbruch. Der bayerische Comedian, der sich auch in Österreich großer Beliebtheit erfreut, parodierte in einem Video das Münchner Oktoberfest so treffend, dass er damit über Nacht bekannt wurde.
"Es war eine Zeit, in der noch nicht die ganze Welt auf Instagram oder YouTube war. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, heute hängt alles an den sozialen Medien, heute bin ich einer von vielen", blickt der 47-Jährige im "Heute"-Gespräch zurück. "Aber das macht es auch einfacher, man ist nicht mehr ganz so im Fokus und auch ein Shitstorm ist meistens schnell überstanden."
Ab 20. Oktober tourt Harry G mit seinem aktuellen Programm "HoamStories" durch Österreich, den Anfang macht er in Telfs. In Tirol hat seine Comedy-Karriere eigentlich auch begonnen, beschreibt er. "Ich habe ja in Innsbruck studiert, der Tourismus hat mich da ständig begleitet. So kam der Stein ins Rollen, dass ich z.B. Norddeutsche parodiert habe, weil die immer auffallen wie ein Elefant im Porzellanladen. Das hat natürlich unheimlich viel Grantpotenzial, das ist ein unerschöpfliches Thema."
So wurde aus ihm Harry G, der Grantler aus Bayern. "Ich habe bei einem Investmentfonds gearbeitet und irgendwann das Gefühl gehabt, mich nervt das Ganze", versuchte er sich erst in einem nicht-künstlerischen Beruf. "Da ging es viel um Akquise von Kunden, reiche Leute und da mischt natürlich dann ein Publikum mit, das sich auch verstellen muss. Es gibt einen Makler und es gibt den, der die Wohnung kauft – der Unterschied zwischen beiden ist groß."
Damals lernte er auch Menschen genau zu beobachten, die Geld haben. Davon lebt seine Comedy heute. "Es muss immer gut informiert und beobachtet sein. Wenn man etwa Reiche parodiert sind Feinheiten wichtig: Porsche ist nicht gleich Porsche, Rolex nicht gleich Rolex, etc., da muss man schon genau hinschauen", erklärt Harry G. Zahlreiche seiner Parodien über Kitzbühel beweisen etwa, dass er mit seinen Karikaturen ins Schwarze trifft. 2027 geht der Kabarettist dann mit seinem neuen Programm "Obacht" auf Tour durch Deutschland, Österreich und Südtirol.