Im Norden Irans kämpfen Feuerwehrleute, Forstbeamte und Freiwillige gegen ein Flammeninferno: In der Provinz Golestan wüten schwere Waldbrände - betroffen ist auch ein uraltes Naturjuwel, das Hyrkanische Waldgebiet. Seit 2019 zählt es zum UNESCO-Welterbe, nun steht es in Flammen.
Besonders dramatisch: Die Hyrkanischen Wälder, die sich entlang der Südküste des Kaspischen Meeres bis nach Aserbaidschan erstrecken, gelten als einer der ältesten Laubwälder der Welt - mit einem geschätzten Alter von bis zu 50 Millionen Jahren.
In den Hyrkanischen Wäldern leben seltene Tierarten wie Wölfe, Braunbären und der vom Aussterben bedrohte Persische Leopard. In sozialen Netzwerken ist die Bestürzung groß. "Herzzerreißende Szenen", schrieb der UNO-Experte Kaveh Madani auf X. "Die Iraner verlieren ein Naturerbe, das älter ist als die persische Zivilisation."
Ob die Feuer inzwischen unter Kontrolle sind, bleibt unklar. In Teilen der Region Masandaran sollen erste Löschversuche Wirkung zeigen, berichten lokale Medien.
Verschärft wird die Lage durch eine extreme Dürre, die Iran und Westasien seit fünf Jahren im Griff hat. Eine aktuelle Studie belegt: Ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel wäre diese Dürre in dieser Intensität kaum möglich gewesen. Präsident Massud Peseschkian warnte sogar, man müsse über eine Verlegung der Hauptstadt Teheran nachdenken.