Wassergraben statt Stacheldraht: In Israel könnte künftig ausgerechnet ein Rudel Krokodile Gefängnisinsassen von der Flucht abhalten. Tierschützer und Experten sehen den ungewöhnlichen Plan allerdings kritisch.
Was klingt wie die Handlung eines Actionfilms, wird in Israel tatsächlich geprüft: Rund um ein geplantes Hochsicherheitsgefängnis könnten künftig Nilkrokodile als natürliche Barriere eingesetzt werden. Das Vorhaben geht auf Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir zurück und soll Ausbrüche erschweren sowie Personalkosten sparen.
Um herauszufinden, ob sich die Idee überhaupt umsetzen lässt, besuchten Vertreter des israelischen Strafvollzugs bereits die Krokodilfarm von Hamat Gader. Dort informierten sie sich über Haltung, Fütterung, Verhalten und Sicherheitsanforderungen der beeindruckenden Reptilien. Diskutiert wurde unter anderem, welche Gehege nötig wären und welche Kosten für rund 60 Tiere entstehen würden.
Kennst du die Unterschiede zwischen Krokodil und Alligator:
Er betonte gegenüber israelischen Medien, dass Krokodile hochgefährliche Wildtiere seien und ihre Haltung umfangreiches Fachwissen erfordere. Wasserqualität, Becken, Fütterung und Sicherheit müssten bis ins Detail geplant werden. Sein Fazit sei gewesen: "Das ist kein Pudel."
Damit das Vorhaben überhaupt möglich wird, hat das israelische Umweltministerium nun den rechtlichen Status der Nilkrokodile angepasst. Sie gelten künftig unter bestimmten Voraussetzungen als "gezüchtete Wildtiere", wodurch Sicherheitsbehörden sie außerhalb von Zoos halten dürfen. Geplant ist zunächst ein Pilotprojekt.
Während Befürworter auf einen abschreckenden Effekt hoffen, weisen Experten darauf hin, dass die Tiere keinesfalls als "lebende Alarmanlage" betrachtet werden dürfen. Krokodile benötigen artgerechte Haltungsbedingungen und fachkundige Betreuung. Ob das ungewöhnliche Sicherheitskonzept tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit noch offen.