Alexander Zverev ist die neue Nummer eins der Tenniswelt! Nach seinem Achtelfinal-Sieg bei den Erste Bank Open in Wien löst der Deutsche Jannik Sinner an der Spitze der Weltrangliste am Montag ab. Doch trotz seines historischen Erfolgs findet der 29-Jährige überraschend deutliche Worte über seinen großen Rivalen.
"Da wäre ich ein Idiot", erklärt Zverev auf die Frage, ob Sinner vor seiner Verletzung der beste Spieler der Welt gewesen sei. Der Deutsche macht keinen Hehl daraus, dass der Südtiroler ihm in dieser Saison lange überlegen war.
"Klar habe ich gegen Jannik Sinner dieses Jahr fünf Mal verloren. Vom Tennisspielen her, wenn er fit war, war er der beste Spieler der Welt, keine Frage", gesteht Zverev. Trotzdem ist der frischgebackene Weltranglistenerste überzeugt: "Aber ich finde, dass ich die beste Saison gehabt habe." Sinner hat seine Saison vorzeitig beendet, dadurch die Türe für Zverev weit aufgemacht. Dass der Deutsche spätestens am Jahresende die neue Nummer eins der Welt sein würde, war schon klar. Nun ist er es Anfang November. Kritiker warfen dem Deutschen genau die Verletzungen des Südtirolers und von Carlos Alcaraz vor, Zverev kann aber nur die Gegner schlagen, die auch auf dem Platz stehen.
Lange Zeit schien Sinner für Zverev kaum zu schlagen. Bis Wimbledon habe er nicht gewusst, wie er den Italiener bezwingen könne. Erst nach der knappen Finalniederlage auf dem Heiligen Rasen habe er eine Idee entwickelt, wie er seinen Rivalen künftig knacken könnte.
Seinen Sprung auf den Tennisthron fixierte Zverev am Donnerstag mit einem 6:4, 7:5 gegen den Niederländer Tallon Griekspoor. Vor 9.800 Fans in der ausverkauften Wiener Stadthalle zeigte sich der Deutsche emotional: "Es ist ein unfassbar schönes Gefühl, hier zu stehen und zu wissen, dass ich am Montag Nummer eins der Welt bin."
Zverev ist damit erst der zweite Deutsche nach Boris Becker an der Spitze der Weltrangliste. Nach seinen ersten Grand-Slam-Titeln bei den French Open und den US Open krönt er damit eine außergewöhnliche Saison. In Wien geht es für ihn am Freitag im Viertelfinale gegen den Briten Arthur Fery weiter.