Zuletzt gab es große Aufregung um eine Polizeischülerin in Graz. Die junge Frau soll versucht haben, Kollegen für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu rekrutieren – "Heute" berichtete. Die 27-Jährige wurde aus der Ausbildung geworfen, nun kam es zu einem erneuten unrühmlichen Vorfall in Kärnten.
Wie die "Krone" berichtet, steht diesmal ein erfahrener Beamter im Fokus der Ermittlungen. Dem Mann aus einer Spezialeinheit werden NS-Wiederbetätigung und ein Sittlichkeitsdelikt zur Last gelegt. Entsprechende Ermittlungen wurden gegenüber der Tageszeitung seitens eines Sprechers der Klagenfurter Staatsanwaltschaft bestätigt.
Demnach soll der Polizist, der eigentlich aus einem anderen Bundesland stammt, von seinen Kollegen gemeldet worden sein. So soll er sich als Hitler verkleidet und die Reden des Diktators imitiert haben. Ob es einen weiteren NS-Bezug gibt, ist unklar. Des Weiteren soll der Vorgesetzte nackt aus der Dusche gekommen sein und – wie die Tageszeitung schreibt – im Beisein seines Teams auf die gute Kinderstube vergessen haben.
Was genau damit gemeint ist, wurde nicht näher erörtert. Jedenfalls könnten die mutmaßlichen Handlungen des Beamten als sexuelle Belästigung empfunden werden, hieß es weiter. Für die Kollegen des Mannes wäre so etwas weder bei der Polizei noch an einem anderen Arbeitsplatz angebracht. Der Polizist sei bereits seit August vom Dienst suspendiert.
Gegenüber der "Krone" sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Kärnten, dass man zum genauen Inhalt der Vorwürfe aktuell keine Auskunft abgebe und auch nichts bestätigen wolle. Man verwies auf laufende Ermittlungen.
Feststeht jedenfalls, dass es sich bei der Suspendierung nicht um eine vorübergehende handelt. Demnach habe die Bundesdisziplinarbehörde die Entscheidung aus Kärnten und die Suspendierung bereits bestätigt. Bis Abschluss der Ermittlungen oder einem möglichen Gerichtsurteil bleibe sie aufrecht – es gilt die Unschuldsvermutung.