Wer in den nächsten Tagen nach Spanien fliegt oder dort Urlaub macht, muss sich auf außergewöhnliche Bedingungen einstellen. Der spanische Wetterdienst Aemet meldet bereits die dritte Hitzewelle dieses Sommers. Besonders im Süden und Osten Spaniens klettern die Temperaturen auf über 40 Grad, örtlich sind sogar bis zu 44 Grad möglich.
Für Teile von Andalusien gilt daher bereits die rote Warnstufe – das ist die höchste Hitzewarnung. Auch auf Mallorca herrscht große Hitze. In Palma werden bis zu 39 Grad erwartet, im Inselinneren sogar bis zu 40 Grad. "Heute" hat darüber berichtet.
Die Hitze hat auch direkte Auswirkungen auf den Urlaub. In der Region Valencia wurden laut dem "Reisereporter" alle 17 Naturparks vorübergehend gesperrt. Betroffen sind viele der beliebtesten Ausflugsziele an der Costa Blanca.
Geschlossen sind unter anderem der Peñón de Ifach in Calpe, der Naturpark Montgó bei Dénia, die Sierra Helada zwischen Benidorm und Altea sowie die Naturparks Font Roja und Sierra Mariola. Auch Picknickplätze, Campingplätze und Sportveranstaltungen in Waldgebieten sind betroffen.
Wer Wanderungen oder Ausflüge geplant hat, sollte sich daher unbedingt vorab bei den regionalen Behörden über die aktuelle Lage informieren. Weitere Sperren sind jederzeit möglich.
Der Grund für die Schließungen ist die extreme Trockenheit. Die Behörden warnen vor einer außergewöhnlich hohen Waldbrandgefahr. Laut dem europäischen Waldbrand-Informationssystem EFFIS haben Brände seit Anfang des Jahres bereits mehr als 100.000 Hektar Land vernichtet – das ist mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Bist du gerade in Spanien, Italien oder Griechenland und schränkt die Hitze deinen Urlaub ein? Dann melde dich bei uns: [email protected]
Besonders dramatisch ist derzeit ein gewaltiger Brand rund 60 Kilometer nordöstlich von Madrid. Das Feuer hat schon etwa 26.000 Hektar Land zerstört und gilt als der größte Waldbrand in der Geschichte der Region Kastilien-La Mancha. Fachleute sehen den vom Menschen verursachten Klimawandel als wichtigen Grund für die immer länger werdenden Hitzeperioden und die steigende Waldbrandgefahr.
Nicht nur Spanien leidet unter der extremen Hitze. In Italien werden auf Sizilien bis zu 46 Grad, auf Sardinien bis zu 43 Grad und in Kalabrien bis zu 41 Grad erwartet.
Auch Griechenland erlebt gerade den ersten großen Hitzeschub des Sommers. Auf dem Festland steigen die Temperaturen auf 40 bis 43 Grad. Mehrere Städte haben vorsorglich klimatisierte Hallen geöffnet, damit Menschen ohne Klimaanlage Schutz vor der Hitze finden.
Auch Frankreich bleibt angespannt. Wegen Hitze, Trockenheit und starkem Wind hat der französische Wetterdienst Météo-France zu Wochenbeginn 27 Départements als stark waldbrandgefährdet eingestuft. Laut Innenminister Laurent Nuñez wurden seit Beginn der Waldbrandsaison bereits 40.000 Hektar Fläche zerstört – deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025.
Die aktuell schlimmsten Waldbrände toben im Département Var im Südosten Frankreichs an der Côte d’Azur. Sämtliche Waldgebiete wurden dort vorsorglich gesperrt. Auch auf Korsika sind wegen Bränden mehrere Wanderwege und ein Abschnitt des berühmten Fernwanderwegs GR20 gesperrt. Die korsische Zeitung "Corse-Matin" berichtet, dass die Brände bereits mehrere Hundert Hektar Vegetation vernichtet haben.
Wer in den nächsten Tagen in eines der betroffenen Länder reist, sollte die Wetterwarnungen und Hinweise der Behörden laufend verfolgen. Besonders Ausflüge oder Wanderungen in Naturgebiete können kurzfristig abgesagt werden. Bei Pauschalreisen können Waldbrände unter bestimmten Bedingungen auch ein Grund für einen kostenlosen Reiserücktritt sein – aber nur, wenn dein Urlaubsort konkret betroffen ist.