Die Oscar-Preisträgerin starb am Dienstag friedlich in ihrem Zuhause in Los Angeles. Ihre Familie war bis zuletzt bei ihr.
Mit Eva Marie Saint verabschiedet sich Hollywood von einer Frau aus einer Zeit, als Cary Grant über Kinoleinwände flirtete, Alfred Hitchcock das Publikum das Fürchten lehrte – und die Traumfabrik ihren ganz eigenen Glamour hatte.
Andere brauchen Jahre für den Durchbruch. Eva Marie Saint brauchte praktisch nur einen Film. 1954 stand sie für "Die Faust im Nacken" („On the Waterfront“) mit Marlon Brando vor der Kamera. Der Film wurde zum Klassiker, gewann acht Oscars – und machte auch Saint zum Star.
1955 erhielt sie für ihre Rolle als Edie Doyle den Oscar als beste Nebendarstellerin. Ein ziemlich beeindruckender Einstieg ins Kinogeschäft.
Vier Jahre später folgte die Rolle, mit der sich Saint endgültig in die Filmgeschichte spielte. In Alfred Hitchcocks "Der unsichtbare Dritte" („North by Northwest“) von 1959 wurde sie als geheimnisvolle Eve Kendall zur eleganten Gegenspielerin von Cary Grant.
Kühle Blondine, messerscharfe Dialoge, jede Menge Geheimnisse: Saint passte perfekt in Hitchcocks Welt – und wurde ganz nebenbei zur Stil-Ikone einer Generation.
Nach Hitchcock spielte Saint in großen Produktionen wie "Exodus", "Grand Prix", "Die Russen kommen, die Russen kommen" und "Der Sandpiper".
Später setzte sie andere Prioritäten. Als Mutter von zwei Kindern wollte sie nicht ständig monatelang für Dreharbeiten von ihrer Familie getrennt sein und verlagerte ihre Karriere zunehmend ins Fernsehen.
Sie war unter anderem in "Das Model und der Schnüffler" und "Frasier" zu sehen. Für ihre TV-Arbeit wurde sie 1990 mit einem Emmy ausgezeichnet.
Auch jüngere Filmfans dürften Saint kennen: 2006 spielte sie in "Superman Returns" Martha Kent, die Adoptivmutter von Superman. Da war sie bereits über 80 – und stand noch immer vor der Kamera.
Privat war Saint seit 1951 mit Regisseur Jeffrey Hayden verheiratet. Die Ehe hielt bis zu seinem Tod 2016. Gemeinsam bekamen sie zwei Kinder.
Eva Marie Saint erlebte mehr als sieben Jahrzehnte Filmgeschichte – vom Schwarz-Weiß-Kino der 1950er bis zum modernen Blockbuster.
Marlon Brando, Cary Grant, Alfred Hitchcock: Viele Weggefährten waren längst Filmgeschichte. Nun ist auch Eva Marie Saint gegangen.
Geblieben sind ein Oscar, ein Emmy und unvergessliche Filmszenen – darunter jene, in denen sie selbst Cary Grant ziemlich nervös aussehen ließ.