Das Polarkreuzfahrtschiff ist Sonntagfrüh (10. Mai) im Hafen von Granadilla auf Teneriffa eingelaufen. "Unter der Leitung der örtlichen Behörden, der WHO und ausgewählter internationaler Regierungen wird derzeit die Ausschiffung aller Passagiere und einer begrenzten Anzahl von Besatzungsmitgliedern durchgeführt", heißt es seitens des Betreibers Oceanwide Expeditions. Die Passagiere würden unverzüglich zu den bereitgestellten Flugzeugen gebracht. Nach dem Heimflug sollen sie sich unverzüglich in Quarantäne begeben.
Nachdem alle Gäste und ein Teil der Crew von Bord gegangen sind, wird "Hondius" in Santa Cruz auf Teneriffa bunkern und die notwendigen Vorräte an Bord nehmen. Anschließend wird das Schiff unter Minimalbesetzung an Bord zum Hafen von Rotterdam in den Niederlanden weiterfahren. Die voraussichtliche Fahrzeit beträgt etwa 5 Tage.
In einer Videoansprache meldete sich am Montag auch der Kapitän des Seuchen-Schiffs, Jan Dobrogowski, mit einer Botschaft an Passagiere und Besatzungsmitglieder zu Wort: "Die letzten Wochen waren eine enorme Herausforderung. Am meisten berührt hat mich eure Geduld, eure Disziplin und auch die Freundlichkeit, die ihr einander entgegengebracht habt", dankte er allen an Bord. "Ich könnte mir nicht vorstellen, unter diesen Umständen mit einer besseren Gruppe von Menschen – Gästen wie Crewmitgliedern – zu segeln."
Er sprach auch den Familien der Verstorbenen im Namen aller sein Beileid. "Was auch immer ich sage, wird diesen Verlust nicht lindern. Aber ich möchte, dass ihr wisst, dass sie jeden Tag in unseren Herzen und Gedanken bei uns sind. In einer Situation wie dieser kann jedes Bild und jedes Wort aus dem Zusammenhang gerissen werden. Das kann für die Menschen an Bord sehr schmerzhaft sein." Der Offizier bat öffentlich darum, die Privatsphäre aller Rückkehrer zu respektieren.
Als Kapitän sei es seine Aufgabe, Schiff und Passagiere wohlbehalten in den Hafen zu bringen. "Wir haben diese Zeit gemeinsam auf See durchgestanden, und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass alle sicher und bei guter Gesundheit nach Hause zurückkehren können", schließt Dobrogowski.