Das neue Honor MagicPad4 kommt in mehreren Paketvarianten auf den Markt, die sich vor allem über Zubehör und Speicher unterscheiden. Das Tablet alleine mit zwölf Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 256 GB Speicherplatz kostet 599,90 Euro und enthält einen zwölfmonatigen Displayschutz. Die Smart Edition liegt bei 649,90 Euro und ergänzt das Paket um eine Tastatur und einen Stift. Für 699,90 Euro gibt es die Ultra Edition, die zusätzlich eine Maus und ein weiteres Zubehörset namens MouseBuds umfasst. Die teuerste Variante, die Ultra Edition Plus, kostet 799,90 Euro und bietet 16 GB Arbeitsspeicher sowie 512 GB Speicher, ebenfalls inklusive Tastatur, Stift, MouseBuds und Displayschutz.
Im Kern ist das MagicPad4 ein großes Android-Tablet mit 12,3-Zoll-OLED-Display, das sich auf Medienkonsum und Alltagsnutzung ausrichtet und in einigen Situationen ein Notebook ersetzen will. Die Auflösung liegt bei 3.000 x 1.920 Pixeln, die Bildwiederholrate erreicht bis zu 165 Hertz. Diese Kombination sorgt dafür, dass Inhalte sehr flüssig wirken, egal ob beim Scrollen durch Webseiten, beim Lesen oder beim Anschauen von Videos. Die maximale Helligkeit liegt bei bis zu 2.400 Nits im Spitzenbereich, was am Tablet-Sektor herausragend ist. Die OLED-Technik sorgt für sehr hohe Kontraste, was besonders bei Filmen und Serien auffällt. Schwarze Bereiche wirken tatsächlich dunkel, während Farben kräftig dargestellt werden.
Das Gerät selbst ist mit 4,8 Millimetern extrem dünn gebaut und wiegt rund 450 Gramm. Damit gehört es zu den dünnsten und leichteren Geräten seiner Klasse, obwohl die Displaygröße eher im oberen Bereich liegt. In der Hand wirkt das Tablet dadurch zunächst ungewohnt schlank, fast schon empfindlich, bleibt aber stabil genug für den täglichen Gebrauch auf dem Sofa, am Tisch oder unterwegs. Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 8 Gen 5 Prozessor, kombiniert mit je nach Version 12 oder 16 GB Arbeitsspeicher. Diese Kombination sorgt dafür, dass das System im Alltag flüssig reagiert, Apps schnell öffnen und sämtliche Spiele einwandfrei funktionieren.
Kurz: Leistungsmäßig bewegen wir uns bei diesem Tablet im absoluten Spitzenbereich – das Tablet misst sich mit den Flaggschiffen von Samsung und Apple. Der Akku ist mit 10.100 Milliamperestunden ebenfalls groß geraten. In der Praxis bedeutet das, dass das Tablet bei typischer Nutzung über mehrere Stunden durchhält, insbesondere beim Streamen von Videos oder beim Surfen im Internet. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass die sehr hohe Displayleistung ihren Preis in der Laufzeit hat, vor allem bei intensiver Nutzung mit hoher Helligkeit und Bildwiederholrate. Dennoch ist die Laufzeit überzeugend: Bei hoher Belastung sind rund acht Stunden möglich, bei moderaterer Nutzung auch zwölf Stunden und mehr.
Beim reinen Tablet-Erlebnis ohne Zubehör fällt außerdem auf, dass die Software stark auf Multitasking ausgelegt ist. Fenster lassen sich nebeneinander darstellen, Anwendungen wechseln schnell, und das System wirkt insgesamt auf Produktivität ausgerichtet. Trotzdem bleibt die Bedienung einfach genug, dass auch Nutzerinnen und Nutzer ohne technische Vorkenntnisse schnell zurechtkommen. Abseits davon gibt es aber auch Einschränkungen, die im Alltag spürbar werden. So fehlt etwa eine Möglichkeit zur Speichererweiterung per Karte, und auch ein Fingerabdrucksensor ist nicht vorhanden. Die Entsperrung erfolgt stattdessen über Gesichtserkennung, was nicht in jeder Situation gleich komfortabel ist.
Beim Medienkonsum, etwa beim Streaming von Filmen oder Serien, entfaltet das MagicPad4 seine stärkste Seite. Die OLED-Technik und der Bildschirm mit einer ganzen Liste an augenschonenden Technologien sorgen für hohe Kontraste und kräftige Farben, ohne dass der Eindruck künstlich wirkt. Dunkle Szenen bleiben detailliert, helle Bereiche überstrahlen nicht unnötig. Gerade in abgedunkelten Räumen entsteht dadurch ein sehr ruhiges Bild. Auch die Lautsprecher – acht (!) an der Zahl – spielen mit Spatial Audio und Bass Boost Stärken aus. Sie sind so ausgelegt, dass sie ohne externe Kopfhörer ein volles Klangbild liefern. Stimmen bleiben verständlich, und auch bei höherer Lautstärke bleibt der Klang stabil und räumlich.
In den Testeindrücken zeigt sich außerdem, dass das Gerät vor allem im Querformat genutzt wird. Das liegt nicht nur an der Displaygröße, sondern auch an der Software, die sich stark auf horizontale Nutzung eingestellt zeigt. Im Hochformat wirkt das Tablet deutlich weniger natürlich, vor allem bei längeren Sitzungen. Im Vergleich zu kleineren Tablets entsteht dadurch ein anderer Nutzungsschwerpunkt. Das MagicPad4 ist weniger ein Gerät für kurze Handgriffe zwischendurch, sondern eher eines, das für längere Nutzungssitzungen gedacht ist – egal ob Arbeit oder Unterhaltung. Gleichzeitig bleibt das Gerät trotz seiner Größe überraschend handlich, wenn es flach auf dem Tisch liegt oder mit beiden Händen bedient wird.
Die sehr dünne Bauweise mit rund 4,8 Millimetern trägt dazu bei, dass es leicht wirkt, auch wenn die tatsächliche Fläche groß bleibt. Wenn das Honor MagicPad4 länger am Stück genutzt wird, zeigt sich, wie stabil das Gerät unter Dauerlast bleibt. Gerade bei längeren Streaming-Sessions, mehreren geöffneten Apps oder intensiver Nutzung über den Tag hinweg wird klar, dass es nicht nur um kurze Reaktionszeiten geht, sondern um Konstanz. Im Alltag bleibt das System auch nach längerer Nutzung flüssig. Apps reagieren weiterhin ohne sichtbare Verzögerungen, und der Wechsel zwischen Anwendungen funktioniert ohne größere Einbrüche. Bei Streaming, anspruchsvoller Arbeit und Games wird das Gerät maximal leicht warm.
Beim internen Speicher mit 256 oder 512 GB bleibt ausreichend Platz für große Dateien, Videos und Anwendungen. Eine Erweiterung über Speicherkarten ist allerdings nicht vorgesehen, was bedeutet, dass die Wahl der Version beim Kauf endgültig ist. Beim Laden zeigt sich das Gerät auf einem modernen Niveau. Die Ladegeschwindigkeit mit 66 Watt kabelgebunden sorgt dafür, dass der große Akku in vergleichsweise kurzer Zeit – rund 90 Minuten – wieder einsatzbereit ist. Auffällig ist, dass das Tablet beim Laden relativ kontrolliert mit der Wärmeentwicklung umgeht. Auch bei schnellerem Ladevorgang bleibt die Oberfläche weitgehend stabil, ohne unangenehm heiß zu werden. Kabelloses Aufladen bietet das Honor MagicPad4 indes nicht.
Abseits von Display, Leistung und Akku spielt die Frage mit, wie gut es sich für Kommunikation und einfache Foto- oder Videoaufgaben eignet. Auf der Rückseite sitzt eine Kamera mit 13 Megapixeln. Sie ist für alltägliche Zwecke ausgelegt, etwa zum Scannen von Dokumenten, für schnelle Fotos von Notizen oder für einfache Schnappschüsse. Die Ergebnisse sind zweckmäßig, aber nicht auf dem Niveau eines aktuellen Smartphones. Bei gutem Licht sind Details erkennbar, während bei schwächeren Lichtbedingungen die Bildqualität sichtbar nachlässt. Vorne gibt es eine 9-Megapixel-Frontkamera, die vor allem für Videoanrufe gedacht ist. In typischen Anwendungen wie Videokonferenzen oder Chats liefert sie ein stabiles Bild.
Beim Betriebssystem setzt das Honor MagicPad4 auf eine Android-16-Basis in Verbindung mit dem herstellereigenen MagicOS 10. Diese ist eine angepasste Oberfläche mit klarer Struktur, schnellen Übergängen und einem Fokus auf Multitasking. Apps lassen sich in geteilten Ansichten nutzen, Fenster können nebeneinander geöffnet werden, und die Bedienung bleibt auf einfache Gesten ausgelegt. Ergänzt wird das Ganze durch einen Desktop-Modus, der das Tablet in eine Art PC-ähnliche Oberfläche verwandelt. In diesem Modus werden Anwendungen in Fenstern dargestellt, die sich frei anordnen lassen. Das erleichtert besonders produktive Aufgaben wie Textarbeit, Recherche oder das parallele Arbeiten mit mehreren Dokumenten.
Eine nahtlose plattformübergreifende Verbindung innerhalb des Honor-Ökosystems lässt Inhalte zwischen kompatiblen Smartphones, Tablets und teilweise auch PCs einfacher hin- und herschieben, ohne dass Zwischenschritte notwendig sind. Hinzu kommen KI-gestützte Funktionen in Form von Eingabehilfen, Textunterstützung oder automatischen Anpassungen im System. Dazu zählen Vorschläge beim Schreiben oder vereinfachte Bearbeitungsfunktionen für Inhalte. Die Funktionen sind dabei nicht als eigenständige Anwendungen sichtbar, sondern direkt in die Bedienung integriert, was sie im Alltag eher unauffällig, aber nützlich macht. Auch Audio-Transkription in Echtzeit und KI-generierte Protokolle etwa aus Konferenzen gibt es.
Bei der Konnektivität bietet das Tablet modernste Ausstattung mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, Bluetooth Low Energy (BLE), LE Audio, Auracast und höherwertigen Audio-Codecs wie aptX Lossless. Eine reine Mobilfunk- beziehungsweise SIM- oder eSIM-Version des Tablets gibt es nicht. Der Lieferumfang hängt, wie bereits erwähnt, von der gewählten Variante ab. Bei der Basisversion gibt es neben dem Tablet nur ein Ladekabel und die üblichen Papiere, separat oder in den anderen Paketen werden auch Tastatur, Stift und weiteres Zubehör angeboten. Wer an solchen Accessoires interessiert ist, sollte zu einem der Pakete greifen, denn Zubehör einzeln nachzukaufen, kann den Preis ordentlich in die Höhe treiben.
Das Honor MagicPad4 setzt auf ein sehr gut funktionierendes Zusammenspiel aus großem Display, flüssiger Bedienung, edler Verarbeitung und sinnvoll erweiterten Softwarefunktionen. Gerade die Kombination aus Desktop-Ansicht, plattformübergreifender Verbindung und automatischer KI-Unterstützung sorgt dafür, dass das Tablet flexibel einsetzbar ist. Das Fazit bleibt dadurch insgesamt sehr positiv. Das Honor MagicPad4 überzeugt durch ein rundes Gesamtpaket, das im Alltag zuverlässig funktioniert. Es ist ein großes, ruhiges und leistungsfähiges Tablet, das vor allem dann seine Stärken zeigt, wenn es ausgereizt wird – mit Filmen, Serien und Games, aber auch intensiven Arbeiten mit Multitasking und Meetings.