Er ist zwar nicht mehr offiziell im Amt, doch Helmut Marko verfolgt die Entwicklungen in der Formel 1 weiterhin ganz genau. Wenn Red Bull Racing am Donnerstag in Detroit als erstes Team das Auto für die Saison 2026 präsentiert, schaut der 82-jährige Steirer besonders gespannt hin. Im ORF-Interview erklärte Marko, dass er vor allem Mercedes im Vorteil sieht: "Was man so hört, scheint Mercedes in der Motorenentwicklung am weitesten zu sein."
Davon könnten nicht nur die Silberpfeile selbst profitieren, sondern auch Kundenteams wie McLaren mit Weltmeister Lando Norris, Williams und Alpine. Mit dem neuen Reglement erwartet Marko größere Leistungsunterschiede: "Vergangenes Jahr war das Feld so dicht zusammen wie nie. Ich glaube, das wird sich deutlich auseinanderziehen. Ich fürchte, die Abstände werden drastisch zunehmen."
Ein Mix aus Verbrenner, Batterie, neuer Software und CO2-freiem Benzin werde laut Marko zur Herausforderung. "Ich hoffe nicht, dass es solche Unterschiede geben wird wie 2014, wo Mercedes allen auf und davon gefahren ist."
Seinen Weltmeister-Tipp für 2026 hat Marko auch schon parat: "Ich fürchte, es wird jemand sein, der das Mercedes-Triebwerk verwendet. Es könnte also wieder Lando Norris sein." Auch Williams traut er Fortschritte zu – und George Russell solle "jetzt um die WM fahren", wenn er an die Spitze will.
Sein Ex-Schützling Max Verstappen sei jedenfalls bereit: "Das wird ein immenser Vorteil für Max sein, weil der kann sauschnell fahren und gleichzeitig denken." Auch Routinier Fernando Alonso könne von den Veränderungen profitieren. "Der Fahrer bekommt jetzt einen noch größeren Stellenwert."
Marko selbst verfolgt das Geschehen künftig gemütlich von zu Hause. "Ich führe ein angenehmes Leben seither, der Druck ist weg. Ich beobachte das mit Interesse, aber ohne, dass ich jetzt nervös wäre oder schlecht schlafen würde." Eine Rückkehr in die Formel 1 schließt er aus.
Red Bull wagt mit Ford-Motoren ab 2026 ein neues Kapitel – und Marko sieht vor allem die Fahrer in der Pflicht: "Der Fahrer wird einen entscheidenden Anteil haben."