Supermärkte beliefert

Illegale Fischfabrik in Gammelwohnung ausgehoben

Ein Mann aus Ghana stellte in seiner völlig verdreckten Wohnung Fischprodukte her – die rohen Fische lagerte er in seiner Badewanne neben dem Klo
Nick Wolfinger
09.04.2026, 21:12
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Der Fall weckt Erinnerungen an die illegalen Teigtascherl-Fabriken, die in den vergangenen Jahren in Wien für Schlagzeilen sorgten. Ein in Großbritannien lebender Mann (62) aus Ghana hat jahrelang rohen Fisch in seiner Privatwohnung verarbeitet und die Ware an Geschäfte verkauft.

Brand brachte Wahrheit ans Licht

Die Ermittlungen liefen bereits, doch erst ein Brand in seiner Wohnung in Watford (England) im Jahr 2024 brachte die Behörden auf die richtige Spur. Im Zuge des Einsatzes fanden Einsatzkräfte große Mengen an Fisch – gelagert in der Badewanne, nur wenige Zentimeter vom WC entfernt. Teilweise lag die Ware auch direkt am Badezimmerboden.

In dieser Badewanne direkt neben Klo und Waschbecken lagerte der Mann seine Ware, bevor er sie weiterverarbeitete.
watford.gov.uk

Warnung ignoriert, Geschäft lief weiter

Die Behörden griffen ein, zunächst aber noch vergleichsweise mild: Der Mann bekam eine Anordnung, die hygienischen Zustände zu verbessern und das illegale Geschäft zu stoppen. Doch genau das tat er nicht.

Stattdessen machte er einfach weiter. Die Behörde dokumentierte die Verstöße und sammelte Beweise über seine Verkäufe und Arbeitsweise. Als genügend Beweise vorlagen, wurde Anklage erhoben.

Gericht setzt dem Treiben ein Ende

Am 11. Februar musste sich der Mann vor Gericht verantworten. Er bekannte sich schuldig. Das Urteil folgte am 2. April: zwei Jahre bedingte Haft und ein fünfjähriges Berufsverbot. Zusätzlich muss er 2.500 Pfund Verfahrenskosten zahlen.

Eine eigene Geldstrafe verhängte das Gericht nicht. Auch ins Gefängnis muss er vorerst nicht – solange er sich an die Auflagen hält. In der Lebensmittelbranche darf er allerdings mehrere Jahre lang nicht mehr arbeiten. Würde er trotzdem wieder Fisch verarbeiten oder verkaufen, werden die zwei Jahre Haft schlagend.

Fisch besonders leicht verderblich

Wie die zuständige Behörde zu dem Fall erklärt, unterliegt die Fisch- und Meeresfrüchteproduktion strengen Vorschriften, da bei unsachgemäßer Handhabung ein erhöhtes Risiko für die Lebensmittelsicherheit besteht. Betriebe benötigen daher eine spezielle Zulassung.

Unsachgemäße Lagerung oder mangelnde Hygiene können Krankheiten wie Salmonellen-, Listerien- oder Norovirusinfektionen verursachen, die zu Erbrechen und Durchfall führen. "Diese Regeln schützen die Bevölkerung und gewährleisten einen sicheren Betrieb", so der Watford Borough Council.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 09.04.2026, 21:12
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