Zollfahnder schnappten zu: Bei der Kontrolle einer Druckerei im Burgenland entdeckten Behörden-Mitarbeiter in zwei Hinterzimmern gleich 55 Reptilien, wir berichteten. Gehalten wurden die Tiere von einem 40-jährigen Mann.
Unter den Exoten befanden sich Schlangen, Chamäleons, Schildkröten und Agamen. Weil der Verdacht bestand, dass darunter auch geschützte oder streng geschützte Arten sind, wurde die Zollfahndung beigezogen.
An der Wohnadresse des 40-Jährigen folgte der nächste Fund: Dort wurden drei weitere Reptilien entdeckt. Diese Tiere waren laut Finanzministerium allerdings gut versorgt und hatten ausreichend Platz.
Ganz anders war die Situation bei einem Großteil der Tiere in der Druckerei – die waren durchaus schlecht beisammen: Bei einem Tier wurden Anzeichen einer Lungenentzündung, bei anderen schwere Bissverletzungen und Hautveränderungen festgestellt. Einige der Reptilien wirkten dehydriert und kraftlos, bei mehreren wurde zudem Milbenbefall entdeckt.
Als Grund für die gesundheitlichen Probleme werden unter anderem deutlich zu niedrige Temperaturen bei der Haltung vermutet. "Viele geschützte Tierarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Deshalb gelten für ihren Handel strenge Regeln", erklärte Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (VP).
Die 58 entdeckten Reptilien wurden schließlich in ein Wiener Tierheim für Exoten gebracht. Dort werden sie nun aufgepäppelt und versorgt. Dem 40-Jährigen kommt der illegale "Reptilienzoo" nun teuer werden: Ihm drohen eine Geldstrafe und eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.