Im Iran hat sich die Wasserkrise in den vergangenen Jahren dramatisch zugespitzt. Dürreperioden, sinkende Niederschläge und eine nicht nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen haben dazu geführt, dass Flüsse, Speicher und Grundwasservorräte vielerorts stark geschrumpft sind.
Die Situation wurde durch den Krieg zwischen den USA, Israel und Iran verschärft, nachdem Berichten zufolge wichtige Anlagen wie Entsalzungsanlagen und Wasserleitungen beschädigt wurden. Iran zählt laut dem World Resources Institute zu den Ländern mit extrem hohem Wassermangel – mehr als 80 Prozent der erneuerbaren Wasserressourcen werden jährlich verbraucht.
Satellitenbilder zeigen bereits eindrücklich das Ausmaß der Krise: Der Urmia-See, einst der größte Salzsee im Nahen Osten, ist heute auf weniger als zehn Prozent seiner ursprünglichen Fläche geschrumpft. Dämme, Flussumleitungen und intensive Grundwasserentnahme haben große Teile des Sees in Salzflächen verwandelt.
Allein um Teheran sind mehrere große Staudämme nahezu ausgetrocknet. Reservoirs wie Lar, Latyan und Mamloo, die zur Hauptwasserversorgung der Hauptstadt zählen, zeigen laut Satellitenbildern einen massiven Rückgang der Wasserstände. Auch im Landesinneren, etwa entlang des Zayandehrud-Flusses in Isfahan, sind die Auswirkungen sichtbar: Der Fluss, der früher die Stadt durchströmte, fällt heute immer wieder trocken.
Die anhaltende Wasserknappheit zwingt immer mehr Menschen zur Abwanderung. Nach offiziellen Angaben sind bereits rund 31.000 der insgesamt 69.000 Dörfer verlassen. Mehr als zehn Millionen Menschen in etwa 27.000 Dörfern sind derzeit von Wasserknappheit betroffen – das betrifft mehr als 70 Prozent aller Dörfer im Land.
Die Entsalzung von Meerwasser spielt im Iran nur eine untergeordnete Rolle und deckt etwa drei Prozent des Wasserbedarfs. Die meisten Entsalzungsanlagen befinden sich an der Südküste, während das Landesinnere weiterhin auf knappe Ressourcen angewiesen bleibt. Vor allem die Landwirtschaft ist betroffen: Sie verbraucht rund 91 Prozent des gesamten Wassers, doch mangelhafte Bewässerung lässt einen Großteil davon ungenutzt versickern.