Brandstiftung, Betrug, Raub und die Abzocke eines Blinden Gastes – auch "Heute" berichtete darüber – werden einem Wiener Grillhaus-Chef vorgeworfen. Nun hätte sich der Mann, der seit Ende August in Untersuchungshaft sitzt, am Montag für zumindest einen der Vorwürfe vor dem Wiener Oberlandesgericht verantworten müssen.
Dabei ging es um einen Raub in jenem Lokal in Floridsdorf, das er wenig später angezündet haben soll. Dabei kam es jedoch zu einer kuriosen Panne. Der Beschuldigte schaffte es nämlich in der U-Haft unterzutauchen, obwohl diese eigentlich dazu dienen soll, dass Angeklagte auch zu ihrer Verhandlung erscheinen.
Doch wie gelang dem Mann dieses fragwürdige Kunststück? Laut einem Bericht der "Krone" hätte sich jemand anderer an der Adresse des Grillhaus-Chefs als dieser ausgegeben und dessen Ladung zur Verhandlung übernommen. Somit wusste das Gericht nichts davon, dass sich der Mann bereits in der Justizanstalt Josefstadt befindet.
Noch bevor das Gericht ein leicht anfechtbares Urteil in Abwesenheit des Beschuldigten fällen konnte, schritt jene Anwältin ein, die die Floridsdorfer Brandopfer des Mannes vertritt. Sie konnte schließlich Licht ins Dunkle bringen und die Situation aufklären. Das Staunen auf der Richterbank war dementsprechend groß.
Seitens der Verteidigung des Grillhaus-Chefs wurden "psychische Einschränkungen" als Erklärung genannt. Die Anklage hingegen sieht "keine mildernden Umstände" für das Verhalten des Beschuldigten.
Wer am Ende Recht behalten soll, muss sich nun Ende Oktober zeigen – die Verhandlung wurde vertagt. Damit gilt für den Beschuldigten wegen der Vorwürfe des mehrfachen Betrugs, der Brandstiftung und des Raubes weiterhin die Unschuldsvermutung.