Der Kronzeuge belastet August Wöginger schwer: Im Postenschacher-Prozess rund um den VP-Klubobmann und zwei weitere Angeklagte wurde es am Montag besonders spannend. Wie berichtet ist Thomas Schmid in Linz als Zeuge am Wort. Der Weg zur Aussage war allerdings ein steiniger.
Schon ab 9.30 Uhr wäre der ehemalige Generalsekretär im Finanzministerium dran gewesen. Erst startete aber ein echter Antrags-Marathon: Wögingers Anwalt wollte, dass Schmids Aussage auch mit Bild und Ton aufgezeichnet wird. Die Begründung: Es komme auf jedes Wort an.
Der Antrag wurde nach kurzer Beratung des Schöffensenats abgelehnt, direkt darauf folgte schon der nächste: Wögingers Anwalt wollte selbst einen Tonmitschnitt machen – als Erinnerungsstütze. Also wieder zurück in die Beratung – da war es wohlgemerkt schon kurz vor 11 Uhr.
Kurz stand bei den Anwesenden die Überlegung im Raum, ob Schmid am Montag überhaupt noch aussagen würde. Gegen 12.30 Uhr nahm der Kronzeuge endlich im Schwurgerichtssaal Platz.
Das Gericht wollte von Schmid zuallererst wissen, warum er sich dazu entschieden hatte, jetzt auszupacken. Man habe ihm Dinge anhängen wollen, für die er keine Verantwortung übernehmen könne, erklärte er. "Die einzige und beste Möglichkeit war für mich, zu kooperieren und aufzuräumen", wird er in der "Krone" zitiert.
Schlecht für Wöginger: Kronzeuge Schmid belastet ihn schwer. "Mir hat August Wöginger gesagt, für dieses Finanzamt habe ich etwas, den wünsche ich mir für dort." Gemeint ist jener VP-Bürgermeister, der den Job am Braunauer Finanzamt schließlich auch bekommen hat.
Wöginger habe "mir gesagt, ich soll mich darum kümmern. Er hat gesagt, er hat auch seine Druckpunkte aus Oberösterreich. Wöginger ist drauf geblieben". Der VP-Klubchef habe ihm vermittelt, dass es "in Richtung" des Bürgermeisters gehen solle: "Darum bin ich in der Sache tätig geworden."
Schmid selbst zeigte sich am Montag reumütig: "Mir tut mein Verhalten in der Sache Braunau einfach leid. Hätte ich damals nein gesagt, wäre nichts passiert." Seine Chats – u. a. mit den drei Angeklagten – waren es, die den Fall erst so richtig ins Rollen brachten.
Nachdem der Bürgermeister aus dem Hearing als Top-Kandidat hervorgegangen war, soll Schmid Wöginger mit den Worten: "Wir haben es geschafft :-)). Der Bürgermeister schuldet dir was!" über den Ausgang informiert haben. Wöginger schrieb darauf: "Echt super!! Bin total happy".