Sommer, Sonne, Gardasee – und plötzlich ist Schluss mit dem Kicken am Strand. In Riva del Garda gilt seit Ende Juni ein strenges Ballspielverbot. Wer die neue Regel ignoriert, muss mit einer Strafe rechnen.
Auslöser waren zahlreiche Klagen von Badegästen. Immer wieder flogen Fuß- und Basketbälle zwischen Sonnenliegen und Familien hindurch. Laut der Stadt fühlten sich viele Urlauber gestört oder sogar gefährdet. Immer häufiger kam es deshalb zu Diskussionen und Streit.
Die bisher geltenden Vorschriften reichten den Behörden laut "Il Dolomiti" nicht mehr aus. Ob ein Strand als überfüllt galt, musste bislang jeder selbst einschätzen – das sorgte immer wieder für Konflikte.
Seit 24. Juni ist die neue Verordnung in Kraft. Betroffen ist der stark frequentierte Strandabschnitt zwischen Punta Lido und dem Hafen San Nicolò südlich des Rad- und Fußwegs. Das Verbot gilt den gesamten Sommer bis einschließlich 27. September.
Die Stadt betont, dass sie den Wunsch vor allem junger Menschen nach Bewegung und gemeinsamen Spielen durchaus verstehe. Gleichzeitig müsse sie aber die Sicherheit aller Strandbesucher gewährleisten – besonders von Familien, Kindern sowie älteren oder eingeschränkten Personen.
Ein solches Verbot gilt an den Stränden von Sabbioni bis Punta Lido und von Porfina bis Porto San Nicolò bereits seit dem Sommer 2024. Dort können Verstöße mit Strafen von bis zu 600 Euro belegt werden.
Ganz auf den Ball verzichten müssen Urlauber allerdings nicht. Wer spielen möchte, kann auf die Flächen nördlich des Rad- und Fußwegs ausweichen. Auch rund um das Miralago-Areal stehen großzügige Grün- und Sportflächen zur Verfügung.
Das Verbot sorgt inzwischen auch außerhalb Italiens für Diskussionen. Ex-Serie-A-Profi Paolo Poggi zeigt Verständnis für die Sicherheitsbedenken, sieht die Entwicklung aber mit gemischten Gefühlen.
"Ich kenne die konkrete Lage in Riva del Garda nicht im Detail, aber es stimmt, dass es heutzutage immer schwieriger wird, das Spielen von Kindern im öffentlichen Raum zu tolerieren", erklärte er gegenüber "Südtirol News". Es sei schade, "weil man ein bisschen Spontanität verliert", bedauert Poggi.