Sommer, Sonne und Badeurlaub – doch ausgerechnet zum Ferienstart gibt es eine Warnung für Ostsee-Urlauber. Gesundheitsbehörden raten bestimmten Menschen derzeit ausdrücklich davon ab, ins Wasser zu gehen. Der Grund sind sogenannte Vibrionen, die sich bei hohen Wassertemperaturen besonders stark vermehren.
Die Bakterien Vibrio vulnificus kommen natürlicherweise in Meer- und Brackwasser vor – auch in Nord- und Ostsee. Steigt die Wassertemperatur auf rund 20 Grad oder mehr, nimmt ihre Zahl deutlich zu. Experten sehen auch den Klimawandel als Grund dafür, dass sich die Keime immer häufiger ausbreiten. Selbst wenn das Wasser später wieder etwas kühler wird, können die Bakterien noch mehrere Wochen aktiv bleiben.
Gefährlich werden Vibrionen vor allem dann, wenn sie über offene oder frische Wunden in den Körper gelangen. Laut Gesundheitsamt Kiel kann dafür schon ein kurzer Kontakt mit dem Wasser reichen – selbst beim Waten am Strand. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Erkrankungen.
Die als "fleischfressend" bezeichnete Art Vibrio vulnificus kann bei Kontakt mit offenen Wunden innerhalb weniger Stunden schwere, lebensbedrohliche Gewebszerstörungen (Nekrosen) und Blutvergiftungen verursachen.
Kleinere Verletzungen sollten deshalb möglichst wasserdicht abgedeckt werden. Kommt eine Wunde dennoch mit Meerwasser in Berührung, sollte sie sofort gründlich mit sauberem Leitungswasser ausgespült werden. Danach gilt: die Stelle genau beobachten.
Rötet sich die Wunde rasch, schwillt sie stark an oder treten heftige Schmerzen auf, sollten Betroffene sofort ärztliche Hilfe suchen. Auch Fieber oder Schüttelfrost können auf eine Infektion hindeuten.
Wichtig ist, dem medizinischen Personal mitzuteilen, dass zuvor Kontakt mit Ostseewasser bestand.
Trotz der Warnung betonen die Behörden, dass die Badegewässer in Schleswig-Holstein weiterhin eine ausgezeichnete Wasserqualität aufweisen. Nach der Auswertung von mehr als 300 Wasserproben ist Baden an allen offiziellen Badestellen grundsätzlich möglich.
Die Warnung richtet sich daher nicht an alle Urlauber. Wer keine offenen Wunden hat und gesund ist, kann den Strandurlaub weiterhin genießen – sollte bei ungewöhnlich warmem Wasser aber aufmerksam bleiben.