Ein Glas Wasser zum Essen gehört für viele Gäste einfach dazu. Doch in Niederösterreich sorgt genau das jetzt für Diskussionen. Gleich zwei Stammgäste ärgern sich über Extra-Kosten für Leitungswasser.
Martin H. aus Niederösterreich traf es nach einem Mittagessen im Bezirk St. Pölten-Land. Die Ripperl schmeckten wie immer hervorragend, doch beim Blick auf die Rechnung kam der Ärger: Für das Aufspritzen seines Almdudlers mit einem Viertelliter Leitungswasser wurden ihm 1 Euro verrechnet. Für den Stammgast ein klares No-Go. "Hallo, wo samma denn?", ärgerte er sich gegenüber "Heute". Das Lokal will er künftig meiden.
Auch Ortwin K. aus dem Bezirk Baden ist sauer. Er trifft sich seit Jahren jeden Mittwoch mit seiner Freundesrunde beim Heurigen. Seit Jahresanfang kostet dort der Liter Leitungswasser 70 Cent, jedes weitere Wasserglas 30 Cent. Der Stammgast erlaubt sich einen Scherz und reagiert nun auf seine Art: Statt einem Achterl Rotwein bestellt er aus Protest meist nur mehr das Leitungswasser.
"Ich trinke gern meine Achterl Rotwein mit einem Glas Wasser dazu, da stört mich diese Unsitte in der Gastronomie", führt er aus. Für den Heurigen könnte der kleine Wasserpreis damit zum Eigentor werden: Der Umsatz mit Wein bleibt zumindest bei diesem Kunden künftig aus.
Die Fälle zeigen: In der Gastronomie wird Leitungswasser immer öfter zum Reizthema. Rechtlich dürfen Wirte dafür Geld verlangen, wenn der Preis klar (etwa auf der Speisekarte) ersichtlich ist. Bei vielen Gästen bleibt trotzdem ein schaler Beigeschmack – vor allem dann, wenn ohnehin teure Speisen und Getränke konsumiert werden und der Wirt viel Umsatz hat.