Doch Vermieter renoviert nicht

Frau lebt in Schimmelhaus: "Ich kann hier nicht atmen"

Sandra B. (67) zog Mitte Mai in eine Mietwohnung im Bezirk Melk. Wochen später war alles voller Schimmel. Teuer muss sie nun erneut umziehen.
Victoria Carina  Frühwirth
22.06.2026, 05:15
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Der Umzug sollte für Sandra B. ein Neustart werden. Mitte Mai meldete sich die 67-jährige Pensionistin in ihrer neuen Mietwohnung im Bezirk Melk an. Anfangs habe noch alles gepasst, erzählt sie gegenüber "Heute". Sie ließ sich sogar extra eine eigene Küche einbauen. Doch nur wenige Wochen später wurde aus dem neuen Wohntraum ein regelrechter Albtraum.

Schimmel bis in die Küche

"Erst nach einigen Wochen habe ich gemerkt, dass von den übermalten Wänden her alles schimmelt: In der Küche ist Schimmel, in meinen Schränken und auch im Schlafzimmer. Meine Bettwäsche fühlt sich die ganze Zeit feucht an, so viel Luftfeuchtigkeit steht in der Wohnung", klagt Sandra B. Wegen der immens feuchten Luft musste die Frau auch viele Lebensmittel wegwerfen. "Das hat mich viel Geld gekostet. Ich bin Pensionistin, das macht mich alles fertig."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Für die Frau ist die Situation nicht nur ekelhaft, sondern besonders gefährlich: Sie leidet an Diabetes, ist herzkrank und hat Bronchitis. "Unter diesen Umständen kann ich hier keinesfalls wohnen, ich kann hier nicht einmal atmen!", schildert sie verzweifelt. Ihr Vermieter hatte eine Renovierung zwar angekündigt, dazu sei es aber nie gekommen.

Schimmelwohnung kommt noch teurer

Aus Not zieht Sandra B. nur wenige Wochen nach dem Einzug schon wieder um. Diesmal geht es in eine rund 50 Kilometer entfernte Wohnung im Bezirk St. Pölten. Kostenpunkt: satte 800 Euro – deutlich mehr als die Schimmelwohnung um 300 Euro, welche sie sich mit ihrer Pension noch gut leisten konnte. Ihre gekaufte Küche, die in der Schimmelwohnung schnell zu modern begann, hinterließ Sandra B. dort. Auch ihr Bett und ihre Schränke würden längst modrig riechen.

Eine Gemeindewohnung im selben Ort im Bezirk Melk war für sie leider nicht frei, bestätigt auch Persenbeugs Bürgermeister Gerhard Leeb (SPÖ) auf "Heute"-Anfrage: "Vergangene Woche habe ich die Frau persönlich getroffen und mit ihr gesprochen. Ja, das Haus ist veraltet, aber die Gemeinde ist dafür nicht zuständig. Ich habe sie deshalb zum Mieterschutz und zur Bezirkshauptmannschaft weiterverwiesen."

KPÖ-Politiker hilft Frau bei Umzug

Hilfe bekam sie beim Siedeln von Max Zirngast von der KPÖ. Er schildert die Zustände drastisch: "In ihrer alten Wohnung ist der Schimmel unerträglich. Nach ein paar Minuten muss man eigentlich Luft schnappen gehen. Unfassbar, dass solche Wohnungen in Österreich vermietet werden dürfen."

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Zirngast fordert politisches Handeln: "Deswegen braucht es eine soziale Alternative in Niederösterreich. Die KPÖ macht konsequente Politik an der Seite der Menschen. Angebote wie unser Mieternotruf helfen schnell und niederschwellig mit Rechtsauskunft."

Mit Unterstützung von außen zog Sandra B. schließlich letzten Samstag, am 20. Juni, aus der Schimmelwohnung aus. Ohne Küche und Möbel schläft sie in ihrer neuen Wohnung vorerst auf einer Luftmatratze, Geld für neue Möbel muss sie erst wieder zusammensparen. Trotz allem ist Sandra B. erleichtert: "Zumindest lebe ich nicht mehr im Schimmel!"

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