Ein Murtaler musste nun unfreiwillig vor dem Bezirksgericht Judenburg erscheinen – die Polizei brachte den Mann zur Verhandlung, nachdem er zuvor mehrfach nicht zu Terminen erschienen war.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut Anklage soll er über sechs Jahre hinweg kaum oder gar keinen Unterhalt für seine beiden Kinder bezahlt haben. Die offenen Schulden belaufen sich mittlerweile auf rund 26.000 Euro.
Im Gerichtssaal zeigte sich der Angeklagte wortkarg. Auf die Frage, warum er den Unterhalt nicht bezahlt habe, sagte er laut der "Kleinen Zeitung" lediglich: "Das kann ich nicht leisten." Er zahle nur jene Beträge, die gepfändet würden. Gleichzeitig verwies er auf Geschenke für seine Kinder – darunter ein Schreibtisch um rund 1000 Euro. "Das geht alles unter?", fragte er verärgert.
Gerichtsvorsteherin Helene Sammt stellte klar: "Weil Sie, wie jeder andere in Österreich, Unterhalt zahlen müssen für Ihre Kinder. Derzeit leistet der Staat für Sie Vorschuss."
Der Mann gab an, derzeit AMS-Leistungen zu beziehen und zusätzlich hohe Schulden bei einer Bank zu haben. Außerdem erwartet ihn laut eigenen Angaben demnächst eine Haftstrafe wegen einer früheren Verurteilung. Einen Job suche er aktuell nicht: "Des brauch i ned, wenn ich nächsten Monat inhaftiert werde. Wer soll mich anstellen?"
Auch gesundheitliche Probleme brachte der Angeklagte ins Spiel. Er sprach von Epilepsie, ADHS, Depressionen und Alkoholabhängigkeit. Ein Sachverständiger erklärte jedoch, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um seinen Zustand beurteilen zu können.
Die Richterin appellierte eindringlich an den Mann, sein Leben zu ändern: "Sie sollen ein Vorbild sein für Ihre Kinder."
Die Exfrau bestätigte vor Gericht, dass regelmäßige Unterhaltszahlungen nicht bei ihr ankommen. Geldgeschenke und sporadischer Kontakt zu den Kindern würden zwar vorkommen, mehr aber nicht.
Weil noch medizinische Gutachten fehlen, wurde die Verhandlung vertagt.