Mildes Urteil für Steirer

Zwei Tote – "Ich trank während der Fahrt Bier"

21 leere Bierdosen im Auto, 195 km/h: Ein fünffacher Familienvater und ein junger Fußballer starben auf der A9 qualvoll. Das Urteil: Vier Monate Haft.
Newsdesk Heute
07.05.2026, 09:44
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Es war der 24. Oktober, die Nacht von Freitag auf Samstag. Auf der A9 Pyhrnautobahn kam es zu einem schweren Unfall, der zwei Todesopfer forderte. Damit nicht schlimm genug, kamen beim Prozess nun erst die schockierenden Details zutage – trotz derer es ein ausgesprochen mildes Urteil gab.

"Ja, während der Fahrt habe ich ein Bier getrunken", gestand der angeklagte Südsteirer laut "Kleine Zeitung". Der 38-Jährige war demnach mit 195 km/h unterwegs, als er ungebremst in das Heck eines kleinen Alfa krachte, in dem zwei junge Ungarn saßen. Der Tank entzündete sich sofort.

Familienvater hatte keine Chance

Innert Sekunden stand das Fahrzeug in Flammen, die zwei Insassen verbrannten qualvoll. Bei ihnen handelte es sich um einen 27-jährigen Fußballer und einen 30-jährigen, fünffachen Familienvater. Der Geschwindigkeitsunterschied lag bei rund 100 km/h, sie hatten keine Chance.

"Sie steigen betrunken in Ihr Auto, trinken während der Fahrt noch weiter. In Ihrem Fahrzeug findet man 21 leere Bierdosen – das ist doch Wahnsinn", rang selbst die erfahrene Staatsanwältin vor Gericht um Worte. "Es tut mir furchtbar, furchtbar leid", so der voll geständige Angeklagte.

Mildes Urteil

Beim Prozess übernahm er laut "Kleine Zeitung" die volle Verantwortung und widersprach mit keinem Wort. "Ich habe in Graz bei einem Freund Bier getrunken. Keine Ahnung wie viele. Aber viele." An den Unfall selbst habe er keine genaue Erinnerung mehr. Er wurde nur leicht verletzt, hatte neben 1,43 Promille auch Cannabis im Blut.

Die geständige Verantwortung und Unbescholtenheit wirkten sich in Folge mildernd auf das Urteil aus, eine Entwöhnungstherapie hat er bereits angetreten. Der Schuldspruch: Zwölf Monate Haft, davon aber nur vier Monate unbedingt. Es wird aber wohl noch ein Zivilverfahren folgen, denn die Hinterbliebenen der Opfer fordern je 80.000 Euro Trauerschmerzengeld.

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