Verstörende Details in Anklage

Jahrelange Mordlust – Lehrling (17) übte sich an Tieren

Erst tötete er Tiere, dann genügte ihm das nicht mehr. Die nun vorliegende Mordanklage gegen einen 17-Jährigen zeigt, wie er sein Verbrechen plante.
Christian Tomsits
21.09.2026, 05:45
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Mitten in der Nacht auf den 22. April 2026 drang ein vermummter und bewaffneter 17-Jähriger in St. Peter am Ottersbach (Stmk.) ins Haus zweier schlafender Pensionisten, drohte "Ich bringe euch um" und stach nur Sekunden später erbarmungslos und immer wieder auf den 84-Jährigen und dessen Ehefrau (80) ein. Der Mann verblutete noch am Tatort, die 80-Jährige überlebte schwer verletzt.

Wie die nun vorliegende 9-seitige Mordanklage gegen den inhaftierten steirischen Fleischerlehrling enthüllt, war das furchtbare Verbrechen geplant. Demnach suchte sich der 17-Jährige gezielt Opfer aus, die sich möglichst wenig zur Wehr setzen könnten. Zwei Wochen vor der Tat fasste er den Entschluss, einen oder mehrere Menschen zu töten, legte er sich Hammer, Messer und Sturmhaube zurecht.

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Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

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Polizei-Notruf: 133

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Bereits seit Kindheitstagen soll im Burschen ein schier unersättlicher Drang zum Töten herangewachsen sein. Wie die blutrünstigsten US-Serienkiller der Geschichte, Jeffrey Dahmer, Ted Bundy und Ed Kemper übte er zuerst an Tieren. Seit Dezember 2024 brachte er laut Anklage Vögel, Mäuse und Ratten um, zerlegte die Kadaver. Doch das reichte offenbar bald nicht mehr.

Immer wieder sah sich der Jugendliche Filme und Dokus über Morde und abscheuliche Gewaltvideos an. Seine angefangene Ausbildung in der Fleischerei verstärkte sein Verlangen offenbar weiter, schließlich auch Menschen zu töten. Laut Anklage suchte er wochenlang gezielt nach Häusern, in denen Menschen leben könnten, die ihm wenig Widerstand leisten würden. Schließlich fiel seine Wahl auf das Haus der Pensionisten in seiner Umgebung.

Am 20. April legte er sich einen Hammer vor dem Elternhaus bereit, einen Tag später versteckte er das zuvor im Internet bestelltes Outdoormesser der Marke Jason, eine Taschenlampe und eine Sturmhaube unterm Bett im Kinderzimmer. Dann wartete er, bis sein kleiner Bruder – mit dem er das Zimmer teilte – eingeschlafen war und machte sich auf den Weg. Nach der Tat rief der Jugendliche offenbar selbst die Polizei und gab zu, gerade zwei Menschen "abgestochen" zu haben.

Verteidigt wird der laut Psycho-Gutachten schwer gestörte und hochgefährliche Bursche von dem auszugehen ist, dass er in Freiheit "binnen Wochen" wieder töten würde – von Astrid Wagner. Die Star-Anwältin erklärt sich den unfassbaren Fall so, dass beim Jugendlichen das Gehirn noch nicht vollständig ausgereift sei und die Empathiefähigkeit (noch) fehle. Eine lange Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung droht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

ct,21.09.2026, 05:45