Sabitzer ist 102 Mal für Österreichs Fußball-Nationalteam aufgelaufen, galt nach dem Rücktritt von Marko Arnautovic und der Nichtnominierung von Kapitän David Alaba aufgrund seiner Vertragslosigkeit eigentlich als Führungsspieler im rot-weiß-roten Team. Doch schon vor der offiziellen Kaderbekanntgabe von Teamchef Ralf Rangnick am Montag gab der Verband bekannt, dass der 32-Jährige eine Nationalteam-Pause einlegt.
Der Deutschland-Legionär wolle die Spiele für die Nations League nicht absolvieren, ließ eine Rückkehr in Österreichs Nationalteam für die EM-Qualifikation im kommenden Jahr allerdings offen. Sabitzer begründete seinen Schritt mit den intensiven letzten Jahren und dem fehlenden Urlaub wegen der EM 2024, der Klub-WM 2025 und der WM 2026. Als 32-Jähriger wolle der Mittelfeldspieler mit seinen Kräften haushalten.
Das Vorgehen Sabitzers konnte Ex-Teamspieler Marc Janko allerdings nicht nachvollziehen, holte stattdessen zur deutlichen Kritik aus. "Ich finde es ganz, ganz schlecht", sagte der Ex-Stürmer in seinem Podcast "Herzerl mit Janko". "Ich hätte es sicher nicht gemacht. Damit weißt du auch, was meine Meinung dazu ist", sagte Podcast-Partner Andreas Herzog, er wolle sich aber auch nicht einmischen.
Man kenne "nicht die ganze Geschichte", wisse nicht um mögliche Themen in seinem privaten Umfeld, ergänzte Janko. Trotzdem betonte er: "Sollte es da nichts geben, was ihn mental aus der Bahn wirft, dann finde ich das ein verheerendes Zeichen." Es habe sich in den letzten Jahren "im Weltfußball ein bisschen eingebürgert. Courtois, Manuel Neuer haben das gemacht", führte Janko weitere Spieler an, die ebenso Nationalteam-Pausen einlegten.
"Ich finde, das kannst du dir nicht aussuchen. Wenn du ein Leistungsträger bist, dann hast du für dein Land aufzulaufen", stellte der 70-fache ÖFB-Teamspieler klar. "Wenn du es gar nicht mehr willst, dann musst du konsequent sein und zurücktreten", ergänzte Janko. "Ich kenne Spieler mit 40 oder über 40, die schlecken sich die Finger ab, dass sie noch für ihr Heimatland spielen", sagte Herzog dann, spielte auf die Superstars Cristiano Ronaldo und Luka Modric an.