Ein Gottesdienst in der ecuadorianischen Großstadt Guayaquil endet in einer Tragödie: Der katholische Pfarrer der Kirche Nuestra Señora del Perpetuo Socorro wurde während einer live im Internet übertragenen Messe getötet.
Der Vorfall ereignete sich am Samstag (17. Oktober) während eines Gottesdienstes, den der Priester in seiner Kirche sowie im Internet abhielt. Nach etwa 27 Minuten kam es zum Unglück.
Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie das große Bildnis von Jesus am Kreuz am Kopfende des Kirchenschiffs plötzlich in Bewegung gerät. Das schwere Kruzifix stürzte ab und traf Pater Patricio Alfredo Sánchez Molinari am Kopf – er hatte keine Überlebenschance.
In dem Video sollen auch die erschrockenen Schreie der anwesenden Gläubigen zu hören sein. Berichten zufolge eilten mehrere Menschen dem Geistlichen zu Hilfe.
Noch am Samstag bestätigte die Erzdiözese Guayaquil den Tod von Patricio Alfredo Sánchez Molinari. In einer offiziellen Trauermitteilung, die von Kardinal und Erzbischof Luis Gerardo Cabrera Herrera unterzeichnet wurde, verabschiedete sich die katholische Kirche von dem Geistlichen.
Die Erzdiözese erklärte, Sánchez Molinari sei in das Haus des Vaters heimgekehrt, um an dessen Gegenwart und Herrlichkeit teilzuhaben. Zudem sprach die Kirche den Angehörigen, Freunden und Mitbrüdern des verstorbenen Priesters ihr Mitgefühl aus.
Eine wichtige Frage bleibt allerdings offen: In der offiziellen Erklärung wird die Todesursache nicht genannt. Auch weshalb sich das Kreuz von der Wand lösen konnte, ist derzeit nicht bekannt.
Patricio Alfredo Sánchez Molinari gehörte dem Orden der Redemptoristen an. Die katholische Ordensgemeinschaft wurde im Jahr 1732 von Alfons Maria von Liguori gegründet.
Der Verstorbene leitete die Pfarre Nuestra Señora del Perpetuo Socorro im Zentrum von Guayaquil. Die Verehrung der Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe spielt innerhalb des Redemptoristenordens eine besondere Rolle.
Seit 1866 ist die Gemeinschaft mit der Betreuung des entsprechenden Gnadenbildes verbunden, das in Rom verehrt wird. Wann und wo Sánchez Molinari beigesetzt wird, war zunächst nicht bekannt.